Themen der Zeit


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Diktatur oder Demokratie

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Der Mensch ist zum Diktator geboren.

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Wir alle wissen, dass Diktatoren, in der Geschichte der Menschheit, für viel Leid und Elend gesorgt haben. Diktatur ist daher, in unseren Augen und aus der geschichtlichen Erfahrung heraus, etwas sehr schlechtes, das immer zum Scheitern verurteilt ist. Wenn ein einzelner Mensch die Macht in Händen hält, sind alle Anderen den geistigen Fähigkeiten dieses „Einzelnen“, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ein Diktator kann von der Erfahrung vieler profitieren; aber das war nur sehr selten der Fall. Tausende und Millionen Menschen sind auf einen „Entscheider“ angewiesen, der auf niemanden hören muss. Der Mensch kann etwas lernen, er lässt sich aber nur sehr selten belehren. Einen Diktator zu belehren ist schier unmöglich.
Wir müssen uns heute mit Wirtschaftlicher und Parlamentarischer Diktatur herum schlagen. Die Folgen sind oftmals Burnout, Stress und Mobbing. Doch, wo kommt das eigentlich her?
In der Tierwelt gibt es Staatsformen die anders funktionieren; z.B. bei den Ameisen oder den Bienen. Doch im Allgemeinen gilt immer das Recht des Stärkeren. In der Herde, im Rudel, wird immer der Stärkere gesucht. Einer ist der Herr der Sippe.
So funktioniert auch unser menschliches Dasein. Wir haben aber Machtstrukturen die intelligenter aufgebaut sind. Bei den Schimpansen zum Beispiel ist es durchaus möglich, dass sich der Stärkste schon mal einen Verbündeten sucht, oder sich mit einem starken Rivalen gut stellen will. Hierdurch befördert der „Oberschimpanse“ einen starken Rivalen, zu seinem Nachfolger oder zu seinem Verbündeten.
Bei den Menschen gibt es - wie zum Beispiel beim Militär - klare Machtstrukturen. Man wird befördert und gelobt, doch am Ende bestimmt nur einer. Es ist eben eine Diktatur. Und so funktioniert vieles in unserer Welt. Das ist nicht nur in der Arbeitswelt so. Es zieht sich durch unser gesamtes Leben. In Vereinen, in Gruppen, in einer Gang, überall gibt es den „Bestimmer“. Und es gibt immer die „Besser gestellten Helfer“. Manchmal erkennt man das nicht. Es ist aber oft so. Es ist in uns. Und so zieht sich die Diktatur durch unser gesamtes Leben.
Ach ja, wir haben ja eine Demokratie.
Wirklich?
Sind wir wirklich fähig zur „Direkter Demokratie“? Was ist eigentlich eine Parlamentarische oder eine Präsidiale Demokratie? Bestimmt da am Ende nicht auch nur „Einer“?
Irgendwie kommen mir die Staats und Regierungsformen dieser Welt - außer vielleicht (z.B.) die Schweiz - vor, wie getarnte oder verkleidete Diktaturen. Also, Diktaturen in einer schönen Geschenkpackung mit rosa Bändchen gebunden.
Wir haben noch die „Basta-Politik“ in Erinnerung. Oder die spätere „Alternativlose Politik“. Letztere hat es sogar zum Unwort des Jahres 2010 gebracht.
Wir alle kennen noch die Maulkorbdebatte für „politische Abweichler“.
Wo ist hier die Demokratie? Wo ist die Mitbestimmung in der Arbeitswelt?
Es gibt sie. Aber sie muss, auf dem Schlachtfeld der
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Menschenwürde, immer mehr um ihre Existenz bangen.
Die Folge einer solchen Diktatur in der Arbeitswelt, ist nicht anders als in der Politik.
 Nur einer bestimmt.
 Er hält sich Verbündete.
 Wenige profitieren davon.
 Einige werden erzogen, und - wenn sie willig waren – auch befördert.
 Befehle werden ausgeführt, ohne etwas daran zu ändern.
 Eigene Gedanken werden unterdrückt und gezähmt.
Der Beste sein. Nicht Nachdenken. Individualität ist nicht erwünscht.
Man soll schneller und effizienter arbeiten.
Angst haben den Job zu verlieren und bedingungslos funktionieren.
Der moderne Sklave unterdrückt sich selbst und ist stolz darauf.
Na, wenn das keine Diktatur ist?
Der Druck auf die Arbeitnehmer wächst. Befristete Arbeitsverträge sorgen dafür, dass gut eingearbeitete Angestellte, nach einiger Zeit, durch neue und unerfahrene Leute ersetzt werden.
Immer mehr Beschäftigte werden krank vom Stress, Mobbing, Leistungsdruck und Undankbarkeit. Jeder soll das Beste geben, aber keiner erkennt die Anstrengungen an.
Fehltage wegen psychischer Erkrankungen sind daher häufiger als früher. Höhere Mobilitätsanforderungen, immer instabilere soziale Beziehungen infolge häufiger Berufs- und Ortswechsel und wachsende Konkurrenz am Arbeitsplatz, machen die Arbeitnehmer oft krank.
Leiharbeit, Minilöhne, weniger Soziale Sicherungen. Beschleunigung der Arbeitsprozesse, steigende Anforderungen, höhere Eigenverantwortung sowie berufliche Unsicherheiten, sind weitere Folgen einer diktatorischen Herrschaft des Kapitals.
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Darunter muss natürlich zwangsweise die Qualität leiden. Mehr Kontrolle und Misstrauen ist nicht förderlich für eine gut funktionierende Firma; im Gegenteil. Man macht es durch diese Maßnahmen nicht besser, sondern am Ende nur noch viel schlimmer.
Wir sind alle Sklaven einiger weniger Herrscher. Sie beherrschen manchmal Politik und Medien. Sie sind die Herrscher über die Finanzwelt, und somit über die ganze Welt.
Aber leider denken solche Leute anders. Sie denken sehr oft, sehr unlogisch. Dass kann auf Dauer nicht gut gehen.
Aber auch da, ist noch nicht alles zu spät. Es gibt noch „Freie Presse“.
Es gibt noch Politiker die die Wahrheit sagen.
Doch wir werden, nach dem Motto „Teile und herrsche“, oft systematisch gegen diese Leute aufgehetzt. Und es funktioniert. Es funktioniert sogar sehr gut. …. Noch …
Teile und herrsche.
Zitat
Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde.
Napoleon Bonaparte.
Zitat
Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
Albert Einstein.
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Nicht zu vergessen: Letztendlich lastet dieser Leistungsdruck auch auf unseren Kindern. Friss oder Stirb! Damit werden sie schon früh konfrontiert. Leistungsdruck in der Schule. Wenig Freizeit. Viel lernen. Die Eltern wollen dann noch etwas Gutes tun und meinen, mit der wöchentlichen Sportstunde im Verein, wäre dem Bewegungsmangel genüge getan.
In unserer Zeit müsste sich vieles ändern. Aber dazu müssten wir die Dinge, die sich ändern sollen, auch erkennen. Aber dazu müssten wir alle mehr Einigkeit zeigen. Aber wir teilen uns ja selbst ständig in Gruppen auf.
Teile und herrsche ist eine uralte Strategie, um Untertanen zu beherrschen die sich, wegen Unzufriedenheit, vielleicht zu einer revolutionären Gefahr vereinen könnten. Der französischen König Ludwig XI. (1461 - 1483) soll sich dieser „Weisheit“ bedient haben. Es heißt, dass sie sogar bis auf Julius Cäsar zurück geht. „Teile und herrsche“ steht für das Prinzip die eigenen Gegner oder Untertanen gegeneinander auszuspielen und ihre Uneinigkeit für eigene Zwecke, zum Beispiel für die Machtausübung, zu verwenden.
Die Macht bedient sich dieser Erkenntnis.
Wir sollten in Zukunft genau aufpassen, was man uns zum Fraße vorwirft.
Da werden Begriffe in den Raum geworfen wie „Bildungsferne Schichten“. Dieser Begriff ist menschenverachtend. Das könnte man auch anders ausdrücken. In diesem Begriff schwingt die gefühlte Abneigung der Leute mit, die sich für etwas Besseres halten. Aber auch Hass gegen Ausländer, Abneigung gegen Hartz-IV-Empfänger
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und Ablehnung gewisser politischer Richtungen.
Wenn jemand sein Leben lang Tango getanzt hat, plötzlich nur noch Walzer tanzen darf, der wird ewig, in ruhigen Minuten, die Tangoklänge aus der Ferne hören.
Man hetzt uns gezielt auf gegen unliebsam gewordenen Politiker, und wir empören uns. Machenschaften anderer Personen entgehen uns vollkommen und niemand regt sich auf.
Man bringt Skandale und bedient sich der Presse. Wir erinnern uns z.B. an Skandale über Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Björn Engholm, Friedrich Merz, Joschka Fischer, Klaus Wowereit, Hannelore Kraft, Gregor Gysi, Karl-Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff. … Um nur mal einige zu nennen.
Ost gegen West, Arm gegen Reich, Gebildet gegen Ungebildet. Ausländer gegen Einheimische. Volk gegen Politiker die im Weg sind.
Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.
Otto Fürst von Bismarck, deutscher Staatsmann (1815 - 1898)
Es gibt Menschen, die würden sogar die Puppen der Augsburger Puppenkiste anklagen und beschimpfen, wenn es die Medien wollten. Da dürfte doch jetzt klar sein, dass ein einiges Volk nicht möglich ist. Das Volk ist immer noch bereit, jede „Sau“ durchs Dorf zu jagen, die man ausgewählt hat. Vielleicht schlagen nicht alle Bürger drauf, wenn man ihnen einen Stock in die Hand gibt; aber bei weitem die Mehrheit.
Teile und herrsche! Es geht weiter. Leider.
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Der Anfang vom Ende.
Rückkehr der Ausbeuter
Dieser Text stammt aus dem Jahr 2005 und wurde 2017 aktualisiert.
Im Laufe der Arbeitergeschichte, ging es ständig bergab und irgendwann wieder bergauf. Es war ein ständiges Tauziehen zwischen der Herrschaft und dem einfachen Volk. Nichts hat sich daran, in tausenden von Jahren, geändert.
Aber die Ausbeuter sind nicht nur die Großen und die Mächtigen. Oh nein. Auch der „kleine Unternehmer“ kann dazu gehören. Und er wird sogar dazu gezwungen. Wer seine Leute gut bezahlen wollte, wurde von anderen Unternehmern preislich unterboten, und bekam daher weniger Aufträge.
Was darunter „vor die Hunde ging“ war die Qualität der geleisteten Arbeit und der gelieferten Teile.
Anfangs wehrten sich die politischen Parteien gegen einen Mindestlohn. Nur die Linken schlugen ihn vor. Doch irgendwann mussten sie ihn zähneknirschend akzeptieren.
Das Tauziehen ging weiter.
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Die Schere zwischen arm und reich.
2005
Heute sehen wir, dass Massenarmut längst zurückgekehrt ist. Durch Hartz IV, was Millionen Menschen zusätzlich in die Armut treibt, wird das auch noch gefördert. Wir sehen es an den Tarifverhandlungen. Dort wird ständig verkündet, wie sehr man sparen muss, und das man auf mehr Lohn verzichten muss. Nullrunde wurde leider bisher noch nicht zum Unwort des Jahres benannt.
Immer weniger Menschen produzieren immer mehr Güter. Es ist bereits absehbar, wann „intelligente Maschinen“ den Menschen weitgehend aus jedem Produktionsprozess verdrängt haben werden.
Es werden immer mehr Menschen entlassen, sie müssen praktisch ohne Einkommen auf Almosen eines immer mehr schwindenden sozialen Netzes leben.
Die Folge ist absehbar: Massenarmut auf der einen-, extremer Reichtum auf der anderen Seite.
Aber wer soll noch die immer mehr produzierten Güter kaufen, wenn die Masse der Bevölkerung bald ohne Einkommen da steht?
Firmen müssen, in der Zeit von Ausschreibungen und Wettbewerb, auch konkurrenzfähig bleiben. Die Folge ist, dass die letzten übrig gebliebenen Arbeiter rund um die Uhr gehetzt werden, während die "Überflüssigen" entlassen werden.
Urlaubsgeld weg, Weihnachtsgeld weg, täglich Doppelschicht fahren, für 4 Euro Stundenlohn. Angst krank zu werden. Angst vor Entlassung und Hartz IV. Das war das Ergebnis einer arroganten völlig verfahrenen Politik. Hierfür tragen alle regierenden Parteien,
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seit vielen Jahrzehnten, Verantwortung. Es gab „Nachbesserungen“. Aber die wurden hartnäckig erkämpft.
Da muss man sich die Frage stellen, wessen Vertreter man eigentlich gewählt hat.
Man erzählt uns immer das Selbe: Die Vernunft muss siegen und Arbeitsplätze müssen gerettet werden.
Man muss das jetzt nicht detailliert darlegen. Aber es ist ein ewiges Tauziehen zwischen endloser Gier nach Geld und Macht auf der einen Seite; und auf der anderen Seite geht es schlichtweg um die Existenz und ums Überleben. Und das ist seit ewigen Zeiten so.
Findige und verschlagene Juristen, finden immer wieder neue Werkzeuge, mit denen die Gier fester am Tau ziehen kann.
Bei diesem Kampf fallen immer wieder Begriffe wie Neiddebatte.
Man könnte jetzt von Multikonzernen, von Milliardengewinnen und von Steuergeschenken berichten; oder auch von Billiglohnländern und von Managergehältern in Millionenhöhe. Aber das ist nur ein Teil der Gier. Nach unten wird immerzu getreten.
Es werden hoch geschulte, fachlich völlig unqualifizierte, Zeitnehmer eingesetzt um festzustellen, wo man beim erfahrenen qualifizierten Facharbeiter noch ein paar Arbeitsminuten raus kitzeln kann. Das ist natürlich Irrsinn. Ein theoretischer Nichthandwerker kann einem erfahrenen Mechaniker nicht vorschreiben wie lange er für eine Fehlersuche benötigen darf.
Dieses absurde Denken ermöglicht dann weitere Entlassungen. Es wird ermittelt, welche Arbeiten von Billigarbeitern aus Fremdfirmen, getätigt werden können.
Und wieder leidet die Qualität. Dabei wäre es wichtiger, dem
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Facharbeiter und seinem Abteilungsleiter fachlich etwas mehr zu vertrauen. Aber solches Misstrauen erzeugt nur Gegenmisstrauen. Aber auch das verstehen diese Leute nicht. Misstrauisch kann, und sollte man, bei Diebstahl sein. Geklaut wird immer. Und auch von den Leuten, von denen man es am wenigsten erwartet. Manchmal könnte man dort sehr viel Geld sparen. Das ist aber ein ganz anderes Thema.
Die vielen Berichte des Unternehmensberaters werden vollgepackt mit Fremdwörtern und Phrasen, die einen scheinbar hochintelligenten Bericht, als unsinnige Zusammenstellung rhetorischer Kunst entlarvt.
Schaut man genauer hin, und fängt an zu rechnen stellt man fest, dass die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen bei weitem nicht das abdecken, was die Unternehmensberatung gekostet hat. In vielen Fällen sind die Vorschläge sogar extrem schlecht für das Unternehmen.
Da hätte man mal besser auf die Abteilungsleiter und die Werksmeister hören sollen, und ihnen planungsmäßig und arbeitstechnisch mehr vertrauen sollen.
Aber auch da wird nur nach unten getreten und nicht geredet. Man sollte daher weniger nach unten treten und mehr mit den Leuten reden. Da hätte man weitaus mehr davon, und es wäre wesentlich billiger. Diese Leute verstehen etwas von ihrem Job. Aber die fragt ja keiner. Lieber pfeffert man Millionen in Unternehmensberatung heraus, die nichts bringen; im Gegenteil. Welch Ironie.
Niemand ist mehr sicher. Mittlerweile nicht einmal mehr der promovierte Ingenieur.
Und alle nehmen es so hin, wie es ist.
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Geschichte wiederholt sich.
Um Gier nach Geld, Macht und Reichtum durchzusetzen holte man auch früher schon willige Arbeiter aus den Armenhäusern ganz Europas nach Deutschland. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Untergebracht wurden sie, auf engstem Raum, in Mietskasernen welche vom Ausbeuter extra errichtet wurden. Auch daran hat sich nichts geändert.
Der Arbeiter wurde beaufsichtigt und bevormundet. Auch im privaten Leben war das so.
Und wir sind wieder auf dem Weg dahin. Es fehlt – wenn man einige Unternehmen genauer betrachtet – nicht mehr viel.
Die Bereitschaft zur Rücksichtslosigkeit kennt keine Grenzen.
Auch heute holt man wieder billige Arbeitskräfte nach Deutschland, die dann weiter arbeiten, wenn ein deutscher Arbeiter, aus Kostengründen, nicht mehr weiter machen kann.
Ein weiteres Thema sind die Tagelöhner. So nannte man sie zu alten Ausbeuterzeiten im neunzehnten Jahrhundert. Heute spricht man von Zeitarbeitern, Leiharbeitern oder Werksverträgen. Es gibt auch Praktikanten und Ein-Euro-Jobber die nur ausgenutzt werden.
Die neuzeitlichen Ausbeuter haben natürlich dreistere Ideen als ihre Vorfahren im neunzehnten Jahrhundert.
Die Ideen gehen ihnen scheinbar nicht aus.
Das Tauziehen geht immer weiter.
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Ausbeutung des Staates und der Unternehmen.
Dass der Staat ebenfalls ausgebeutet wird, ist kein Geheimnis mehr. Das liegt daran, dass es immer weniger ECHTE Politiker gibt. Immer mehr Volksvertreter sind in Wahrheit Vertreter der Wirtschaftsgrößen.
Wie war das nochmal mit dem "Ehrenkodex für Politiker"?
Man erlebt es immer wieder, wenn auch nicht so offensichtlich.
Ein hoher Wirtschaftsboss zieht an den Fäden, und viele Politiker springen.
Man erkennt es an Ablenkungsmanöver durch absurde politische Vorschläge.
Man erkennt es auch am ständigen rücksichtslosen verschwenden von Steuergeldern.
Das sieht man auch am Vorschlag, Kombilöhne einzuführen.
Kombilöhne, der Gipfel der Frechheit
Kombilöhne sind extrem teuer. Für ein Unternehmen ist es günstiger jemanden, der einen regulären Arbeitsplatz hat, zu entlassen und zu einem niedrigeren Lohn plus staatlicher Subvention wieder einzustellen. So etwas kann nur von einem wirtschaftlich gesteuerten Politiker kommen, der den Staat ausbluten lassen will.
Die Einführung von Kombilohn ist ein Paradoxon: Der Steuerzahler soll seinen Arbeitslohn nur noch zu einem geringen Teil von seiner Firma bekommen. Den Rest bekommt er vom Steuerzahler.
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Ist das jetzt irre, oder besonders rücksichtslos und verschlagen?
Das sieht man auch an den Zeitarbeitsfirmen. Wem dienen die wirklich? Die kosten den Staat jährlich Unmengen Geld. Gedient ist nur den Firmen, die nun endlich Leute entlassen können, um billige Sklaven einzustellen. Es ist ein sehr teurer Trick, die Leute zu belügen und Zahlen zu beschönigen. Für ein Unternehmen gut, für die Staatskasse untragbar.
Man erkennt die Absichten der "Scheinpolitiker" auch daran, dass sie gegen die Einführung von Mindestlöhnen sind. Für die Ausbeuter wäre das ein Rückschlag. Sie wollen Deutschland, im Herzen Europas, zu einem Billiglohnland machen.
Aber da ist auch ein Denkfehler, den sie nicht bedacht haben. Billige Zeitarbeiter - ausgenommen Billigarbeiter aus dem Ausland - haben noch lange nicht die Motivation, als vernünftig bezahlte Leute. Außerdem ist die Qualität der Arbeit sehr fragwürdig. Der Schuss kann also nach hinten losgehen.
Aber auch Unternehmen werden Ausgebeutet.
Immer wieder hört man, dass jemand mit der millionenschweren Unternehmenskasse verschwunden ist. Immer wieder hört man von absurden Vorschlägen einiger Manager, die ein Unternehmen ausbluten lassen, um dann mit vollen Taschen auf die Insel zu verschwinden. Immer wieder hört man von Millionen, die in den Sand gesetzt wurden. Dafür gibt es ja eine Managerversicherung. Man fragt sich immer wieder, was wirklich hinter deren Entscheidungen steckt.
Früher gab es Leute, die mit viel Herzblut Unternehmen aufbauten. Heute hört man, wie solche Unternehmen mit viel Herzblut
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ausgenommen werden.
Alles in Allem: Der einfache Arbeiter ist immer der DUMME.
Der gute Wille
Hinter vielen gescheiterten politischen Ideen stecken gute Grundgedanken. Das Problem ist, dass die Menschen mit diesen guten Ideen nicht umgehen können. Es scheitert jedes Mal an der Gier.
Ob Ein-Euro-Jobs, Leiharbeit, Minijobs, Kapitalismus oder Regierungsformen; Schuld am Scheitern dieser Ideologien sind nicht die Systeme oder die Konzepte selbst, sondern die Plünderung dieser Konzepte. Die Erfinder solcher Werkzeuge sind nicht immer die Schädlinge. Die Leute sind schuld die ausnutzen und die Leute, die sich ausnutzen lassen.
Aber oftmals hat man gar keine andere Wahl, als sich ausnutzen zu lassen. Wenn wir wieder Kinder wären, könnten wir nicht einmal vernünftig im Sandkasten miteinander spielen. Ständig würde man versuchen die Spielsachen der anderen Kinder zu erbeuten oder einen besseren Platz zu erringen. So unfähig ist die Oberschicht der Gesellschaft geworden. Und viele leitende Angestellte machen das üble Spiel mit. Mit den kapitalistisch rücksichtslosen Wölfen zu heulen ist scheinbar immer noch besser, als im Lager zu enden.
Bei "Hart aber Fair“ (13.05.2013): Hungerlohn am Fließband - Wie Tarife ausgehebelt werden. Thema war, der Missbrauch mit Werkverträgen.
Die größte Frechheit ist, dass sich Firmengrößen in einem Nobelhotel trafen um sich rechtlich beraten ließen, wie man die Forderungen einiger weniger sozial-denkender Politiker, (z.B.
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Mindestlohn, Lohnanpassung von Zeit- und Leiharbeiter) aushebeln kann.
Wir gehen wieder zurück ins 19. Jahrhundert. Und schuld daran sind Leute wie die beiden Gäste - die kaum zu ertragen waren und immer wieder ihre Köpfe zusammen steckten - der Arbeitgeberpräsident und der Typ von der FDP.
Die Ausbeuter tragen teure Anzüge schicke Krawatten und missbrauchen Arbeitnehmer auf breiter Ebene.
 Leiharbeit wurde missbraucht.
 Minijobs wurden missbraucht.
 Ein-Euro-Jobs wurden missbraucht.
 Praktika wurden missbraucht.
 Werkverträge wurden missbraucht.
Alle guten Ideen, die das Land und die Bevölkerung weiter bringen sollten, wurden missbraucht. Hierfür müssten wir uns sehr schämen.
Hinter all dem, steckten gute Ideen. Die Blauäugigkeit unserer Politiker, die diese Unfähigkeit der Menschheit kennen müssten, ist nicht zu verstehen und nicht zu begreifen. Korruption, ist die einzig logische Erklärung hierzu.
Nachkriegsdeutschland stand für Wiederaufbau. Was ist daraus geworden? Wo führt uns das alles hin? Sind wir unfähig, mit dem blühend aufgebauten Nachkriegsdeutschland vernünftig umzugehen? Sind wir unfähig unseren blühenden geerbten Schrebergarten so zu erhalten, wie man ihn uns übergeben hat. Sind wir unfähig geworden, diesen Garten weiter erblühen zu lassen und weiter auszubauen?
Wenn ich mit Malerwerkzeug eine Wohnung renovieren will, und das hinterher schlecht aussieht, ist nicht das Malerwerkzeug schuld.
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Schuld ist immer der, der sich deren Werkzeuge bedient hat.
Natürlich gibt es auch schlechte Werkzeuge. (Kombilöhne) Aber bevor man die Schuld dem Werkzeug zuschieben kann, müssen Wille, Kenntnisse und Fähigkeiten stimmen.
Also brauchen wir, für die Nutzung solcher Werkzeuge, detaillierte Gebrauchsanweisungen. Wir brauchen jemanden, der den Missbrauch dieser Anweisungen verfolgt und ahndet.
Bisher haben wir nur ein paar wenige mutige ehrliche Journalisten und einige Fernsehsendungen. Die leider auch immer mehr die Richtung wechseln.
Was wir nicht brauchen sind Politiker, die solche Missstände sehen und ignorieren. Wenn der Missbrauch dieser Werkzeuge einmal vernünftig verfolgt und geahndet wird, hat man Exempel statuiert, die sich vielleicht sehr schnell positiv auf den Gebrauch dieser Werkzeuge auswirkt.
Wenn nichts passiert, bleiben wir ein Deutschland, in dem weiterhin Werkzeuge erfunden werden die dann, wissentlich von ihren Erfindern, missbraucht werden.
Mindestlohndebatte.
Dass man überhaupt darüber reden muss, ist eine Schande. Mindestlohn heißt, dass man mindestens so viel Geld braucht, um leben zu können. Wer will uns das verwehren? Warum konnte es überhaupt so weit kommen?
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Ich möchte nur vorweg, anhand eines einfachen Beispiels eines privaten Haushalt festhalten, wie falsch die Denkweise der „Großen“ ist.
In einem privaten Haushalt arbeiten Mann und Frau. Die Frau Teilzeit, der Mann Vollzeit. Die Frau hat allerdings noch die Arbeit im Haushalt zu bewältigen.
So, nun kommen wir zur modernen Denkweise.
Der Mann will vom gemeinsamen Einkommen 70% für sich allein behalten. Die Frau bekommt für den Haushalt 20% und für sich selbst 10%.
Das würde sich keine Frau bieten lassen meinen Sie?
Ja, aber der deutsche Arbeiter muss sich das schon lange bieten lassen.
Außerdem werden auf diese Weise mittlerweile viele Firmen geführt.
In der Wirtschaft ist der Vergleich mit dem privaten Haushalt etwas komplizierter zu sehen. Hier geht es nicht nur um zwei Personengruppen und drei Aufteilungen des Einkommens. Hier geht es um Ganz Unten, Unten-Mitte und Oben.
Beschäftigen wir uns mit „Unten und Mitte“.
Nun kommt, als Beispiel, noch eine erwachsene Tochter ins Spiel. Es wird über das Taschengeld verhandelt. Und plötzlich wird die Frage gestellt, wie viel Taschengeld die Tochter braucht. Man entscheidet sich für 12%.
Und dann soll uns nicht die obligatorische Frage einiger Personalchefs ärgern, die bei Einstellungsgesprächen die Frage stellen, wie hoch denn die Gehaltsvorstellungen sind. Diese Frage ist einfach unmöglich. Einem einfachen Facharbeiter (ganz unten) wird solch eine Frage niemals gestellt. Diese Frage ist definitiv unmöglich.
Nur einmal nebenbei: Das Einstellungsgespräch eines Bewerbers
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sollte sich nicht nach seinen Gehaltsvorstellungen richten, sondern nach seinen Fähigkeiten. Der Personalchef müsste dem Bewerber sagen was er, nach den vorliegenden Fähigkeitsnachweisen, für Gehaltsvorstellungen hat. Aber das nur nebenbei.
Woher also nehmen? Die Frau bekommt nur noch 3%. Somit kann man für den Haushalt 15% erhalten.
5% Haushaltsgeld müssen eingespart oder zusätzlich erwirtschaftet werden. Somit hat dann die Frau 3%, die Tochter 12% und für den privaten Haushalt 15%.
Und hier kommt jetzt der Mindestlohn ins Spiel.
Wenn man die 3% im privaten Haushalt erhöht, wo her nimmt man dann diese Erhöhung? Natürlich nicht von den 70% des Mannes. Das geht nicht, denn die Topmanager rechtfertigen ihre Millionengehälter mit ihrer Genialität. Und sie erhalten auch Zuspruch aus Teilen der Politik. Wohl gemerkt: Ärzte, Wissenschaftler, Physiker, Technische Ingenieure, sind nicht so genial, dass sie Fünfzig Millionen im Jahr verdienen dürfen. Das sind nur Topmanager alleine. Darum darf ihr Geld nicht angetastet werden. Auch nicht vom Taschengeld der Tochter. Da kommt man ja mit den „Gehaltsvorstellungen“ ganz durcheinander. Und die Human Resource Manager, Marketing Manager, Logistic Manager, Security Manager, Communication Manager, IT Manager, Project Manager, PR Manager, Internal Supervisor, Chief Group Coordinator, Inter-Department-Communication-Managers, wollen ja ihren Gehaltsvorstellungen nach, bezahlt sein. Die 15% Haushaltsgeld müssten gekürzt werden. Das geht aber nicht, weil ja ohnehin schon 5% fehlen. Also muss unten gekürzt bleiben oder mehr Gewinne müssen erzielt werden, um den Defizit wieder auszugleichen. Während in der Verwaltung und Planung Leute eingestellt werden, die Gehaltsvorstellungen haben müssen, müssen, um auf die 3% auf einen Mindestlohn-Standard zu kommen, Leute entlassen werden. Notfalls muss man mit
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Leiharbeitern (Werksverträgen) arbeiten. Also mit Horst.
Aus der Sicht der „Großen“ ist das die einzig akzeptable Lösung. Darum wehren sich heute so viele Politiker dagegen.
Den Wirtschaftsgrößen (in diesem privaten Beispiel, „der Mann“) gefällt das natürlich. Sie wollen, dass es so bleibt. Man will ja selbst auf nichts verzichten. Im Gegenteil. Die Frau (oder umgangssprachlich auch als „Horst“ bezeichnet) soll mehr arbeiten in ihrem Teilzeitjob, damit sich ihre 3% inhaltlich erhöhen, und somit auch die 70% des Mannes und die 12% der Tochter.
Dies ist die Denkweise unserer Wirtschaft. „Teile und herrsche!“ Die Zeiten, in denen noch Firmengründer mit ihrem eigenen Kapital grade gestanden hatten, für den Aufbau und den Erhalt der Firma, sind lange vorbei, leider.
In einer fairen Welt, dürfte Mindestlohn keine Frage sein. Und nun genieße man die Gegenargumente einiger Politiker.
Die schwindende Kaufkraft der Bevölkerung
2013 April
Eine gesunde gut funktionierende Gesellschaft kann nicht zwischen Superreich und Bettelarm funktionieren. Aber genau dahin steuert die blinde kapitalistische Gier. Eine gute Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn alles gerecht verteilt und ausgeglichen ist. Natürlich kann es in einer solchen Gesellschaft auch gut bezahlte Leute geben; aber alles hat seine Grenzen; nach oben und nach unten. Wenn das alles aber aus dem Ruder läuft – so wie jetzt – sind
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die Folgen verehrend. Die Kaufkraft der Bevölkerung ist das Fundament eines Staates. Darauf ruht alles. Wenn dieses Fundament untergraben wird, weil die „Großen“ mehr Baumaterial für ihre Luxusvillen benötigen, bricht irgendwann alles zusammen. Das müsste eigentlich jedem klar sein.
Um die Wirtschaft am Leben zu halten, wird Werbung gemacht bis zum Erbrechen. Es werden ständig neue Waren produziert, die dann unbedingt jeder haben muss. (Auto, Handy, Computer, Kleider usw.) Und weil man in dieser Luxus-Scheinwelt erzogen wurde, glaubt man, dass man das alles haben muss. Es entsteht eine luxuriöse Schuldengesellschaft die immer mehr bereit ist zur Insolvenz und Hartz IV. In dieser Gesellschaft will niemand zugeben, dass er arm ist. (Mein Haus, mein Auto, mein Pferd)
Und jetzt kommen sogenannte „Wirtschaftsweisen“ die behaupten es dürfe keinen Mindestlohn geben. Das wäre eine Gefahr für unsere Existenz. Entweder sind diese Wirtschaftsweisen zwar gut gehirnprogrammiert aber dumm wie ein Brot, oder sie haben gewisse andere Interessen. Denn wenn immer weniger Menschen wirklich kaufen können, oder über ihren Verhältnissen leben, kann die Werbung bald werben wie sie will; es geht irgendwann den Bach runter; unaufhaltsam. Wenn das Volk wieder Geld hat zum ausgeben, kann auch mehr Ware produziert werden, die dann auch ohne viel Schulden machen, gekauft werden. Das ist so einfach zu verstehen, dass ich nicht wirklich glaube, dass das die Mächtigen da oben nicht wissen; einschließlich „Wirtschaftsweisen“.
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Billiglohnland. Wir sind doch alle selber schuld.
Irgendwie sind wir doch alle selber schuld. Wir leben doch nach dem Prinzip: Hauptsache billig. Wenn jemand sein Haus streichen lässt und von den beiden Arbeitern einer ein Praktikant und der Andere nur halbtags gemeldet ist, (selbst erlebt. Staatsanwaltschaft ermittelte sogar) dann sind wir an der Förderung des Lohndumpings mit Schuld. Unser Auto fahren wir immer in die Vertragswerkstatt; für die Firma müssen wir Ausschreibungen machen. Wer am billigsten ist bekommt den Auftrag. Am besten „Ein Euro-Jobber“. Qualität ist auf Dauer billiger als billige Pfuscharbeit. Wer Hilfe im Büro benötigt bekommt vom Chef gesagt, dass er keine Sekretärin bekommt sondern eine Praktikantin. Wenn die Deutschen Kraftfahrer nicht mehr fahren können, weil sich das nicht mehr lohnt und die Arbeitszeiten unmenschlich werden, dann machen es eben die ausländischen Fahrer. Es findet sich immer jemand, der es billiger macht. Wir vergeben die Aufträge; nicht die Politik. Wir sind schuld. Nicht die Politik. Die Firmen sind schuld, die sich gegenseitig mit Billigangeboten fertig machen.
Wenn wir Nicht auf Billigangebote, sondern auf Qualität, soziale Gerechtigkeit und Service achten, gehen die Billigfirmen bald pleite. Das ist der Grund, warum man in Germany nichts mehr Vernünftiges bauen kann.
Meine Heizung im Haus war etwas teurer, aber von einer hier ansässigen renommierten Firma gebaut worden. Mir braucht kein Billigarbeiter im und am Haus etwas zu bauen. So viel Gewissen hab ich noch. Und Sie? Und Ihre Firma? Wer nur mit Erdnüssen bezahlt, kann nur Affen als Arbeiter beschäftigen.
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Der gut funktionierende Angestellte.
Der gut funktionierende Mensch, funktioniert durch ein eiskaltes Management das jeden treffen kann.
April 2013
Es war ein unauffälliger schleichender Vorgang der uns nicht bemerken ließ, dass wir alle nur noch dem System dienen. Und das System ist gnadenlos gegen jeden; sogar gegen seine eigenen Erschaffer. Niemand ist mehr sicher; egal in welcher Etage er sitzt.
In Anfangszeiten von Hartz IV glaubten viele, dass sie nicht betroffen sind. Die Proteste hielten sich in Grenzen. Darum dauerte es auch Jahre, bis wichtige Änderungen getroffen wurden. Doch mittlerweile kann es jeden treffen; auch leitende Angestellte. Es gibt niemanden, der sich noch sicher fühlen kann. Versetzungen, die bedeuten, dass man sein Haus und Heimat aufgeben muss, sind „ein“ Problem. Entlassungen ein anderes.
Manche unserer Leistungen verschwinden wie ein Schiff, das in den Weiten des Ozeans unter gegangen ist. Sogar Anerkennung und Dankbarkeit liegen auf dem Meeresgrund.
Wird aber ein Fehler gemacht, fliegt man gnadenlos aus der Firma; egal in welcher Etage das Büro ist.
Der gesellschaftliche Absturz kann jeden treffen. Und wenn Herr Schulze - der einen sicheren Posten in einer leitenden Position hat - entlassen wird, funktioniert der Betrieb plötzlich wie eine gut geölte Maschine.
Niemand lehnt sich auf, jeder duckt sich und alle haben plötzlich Angst. Hinzu kommt ein Leistungsdruck, der immer größer wird. Mehr Leistung bedeutet aber auch mehr Fehler. Wer aber Fehler macht, der fliegt.
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Hinzu kommt aber nicht etwa Zusammenhalt und Miteinander in einer Firma; sondern Mobbing und Zwietracht einer rücksichtslosen Ellbogengesellschaft, die nach dem Motto funktioniert: Rette sich wer kann!
Die Folge dieser radikal herzlosen Leistungsführung waren viele Selbstmorde europaweit. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und drohender Firmenschließungen sollte die Regierung die Selbstmorde als Beleg für das Scheitern des staatlichen Konjunkturprogramms verstehen. Und die Gesellschaft sollte erkennen, dass sie sich einerseits zwar auf schöne Weise weiter entwickelt, andererseits aber auch teilweise unter einer entsetzlich rücksichtslosen Verrohung leidet.
Die Schere zwischen arm und reich geht auseinander.
Dann gibt es die Waage zwischen Mensch mit Herz und Mensch mit Herz aus Stein. Und diese Waage bewegt sich derzeit in die falsche Richtung.
Die Folge dieser einseitigen Bewegung ist zahlreich.
Ein wichtiges Thema hierzu sind zum Beispiel auch unbezahlte Überstunden. Denn, selbst wenn sich ein Mindestlohn durchsetzt, sind die Tricks der Ausbeuter noch lange nicht erschöpft. Aus diesem Grund muss der Mindestlohn mit einer Arbeitszeitregelung gekoppelt sein. Sonst werden Arbeiter entlassen, oder gar nicht erst eingestellt, und die vorhandenen Leute müssen statt 8 Stunden 12 Stunden arbeiten. Wobei die 4 zusätzlichen Überstunden dann eben nicht bezahlt werden. Wenn man das umrechnet, dann minimiert sich der Mindestlohn, unter der Hand, wieder auf das alte Ausbeuterniveau.
Es ist bestimmt nicht überall so. Dennoch gibt es immer wieder Meldungen in der Presse, die darüber berichten. Man darf so etwas nicht durchgehen lassen, weil sich diese Moral verbreiten kann, wie
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ein übler Virus.
Es mag, in gewissen „höheren Arbeitsbereichen“ Regelungen geben, in denen man nicht unbedingt jede Überstunde aufschreibt. Wenn das Gehalt und die Arbeitsbedingungen stimmen, verzichtet man schon Mal - wegen eines Auftrages der unbedingt zum gesetzten Zeitpunkt erledigt sein muss – auf einige Überstundenabrechnungen. Das sind aber andere Fälle.
Klauseln in Arbeitsverträgen, nach denen es für Überstunden pauschal und ohne Einschränkung kein zusätzliches Geld gibt, können nicht rechtens sein. Solche Klauseln sind in den „dubiosen“ Arbeitsverträgen heutzutage immer noch zu finden.
Nebenbei bemerkt, gibt es auch andere dubiose Klauseln, zu deren Unterschrift man genötigt wird. Z.B: Dass man, nach einer Kündigung, ein Jahr lang nicht in der näheren Umgebung oder in einem anderen Konkurrenzunternehmen arbeiten darf. Solche Regelungen gibt es in höheren Kreisen schon lange; aber dann wird auch das Gehalt ein Jahr lang weiter bezahlt. Das ist aber kein Grund, dass jeder kleine Arbeiter sich daran halten muss, ohne Weiterzahlung des Lohnes.
Aber das nur nebenbei bemerkt.
Diese und andere neuzeitliche, auf alten Ausbeuterweisheiten basierende Umgangsformen, werden geduldet und Zähneknirschend ertragen. Das kann soweit führen, dass der Arbeitgeber Internetnetzwerke überwacht und das Privatleben der Arbeitnehmer kontrolliert. Es ist und war, wie man in den Medien erfahren konnte, schon in der Art vorgekommen. Freundeskreise werden kontrolliert; wann man wo hin geht, und mit wem man Kontakt hat. In alten Ausbeuterzeiten musste man sogar den Werksdirektor fragen, ob und wen man heiraten darf. Aber, hiervon sind wir nicht mehr all so weit entfernt.
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Die Leute werden verpflichtet, Stillschweigen zu bewahren. Und es wird Angst erzeugt.
In der Discounterhierarchien werden Druck, Stress und Frustration von oben nach unten weitergegeben: Der Geschäftsführer hat Angst vor dem Vorstand, der Gebietsleiter vor dem Geschäftsführer und die Kassiererin vor dem Gebietsleiter.
Ein Gebietsleiter hat Mittel diese - von oberster Ausbeuterstelle angeordneten Vorstellungen - durchzusetzen. Zum Beispiel, tagtägliche Inventuren. Diese Inventuren nehmen einige Zeit in Anspruch. Nach Feierabend natürlich.
Kaum ein Mitarbeiter traut sich öffentlich über die Arbeitsbedingungen in diesen Firmen zu reden. Zu groß ist die Angst den Job zu verlieren. Anonym tauschen sich Verkäuferinnen in Internetforen, wie hilferuf.de, aus. Man wird von dem „Diktatorisch kommunistischen Hartz IV Staat“, zum Affen gemacht, und man wird gezwungen es zu ertragen.
Betriebsräte darf es nicht geben. Gewerkschaft? Wer nur daran denkt ist schon so gut wie entlassen. Aber, Gewerkschaft ja, wenn es die Eigene – von der Direktion gegründete – Gewerkschaft ist.
Es mag kämpferische Mittel geben, um gegen solche Dinge vorzugehen. Aber ein Mittel sollte man auch in Erwägung ziehen. Man sollte auf Unmenschlichkeit mit Menschlichkeit antworten. Das sollte unser Weg sein. Ein langer und schwerer Kampf. Aber wenn wir den verlieren, werden die übelsten Science-Fiktion Visionen war. Und soweit darf es nicht kommen.
Und immer daran denken: "Teile und herrsche". So werden wir im Zaum gehalten.
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Neiddebatte
Es ist nicht genug Geld da, um die Gier der Großen zu stillen.
Ich wiederhole mich, wenn ich den nächsten Satz wieder schreibe. Aber er passt eben auch in dieses Kapitel:
Topmanager wollen immer mehr haben, und sie begründen das mit ihrer Göttlichen Genialität. Was ist aber mit dem Arzt, der ihnen im OP hilft und vielleicht ihr Leben rettet. Ist solch ein Mann etwa nicht genial? Was ist mit den Erfindern, Forschern, Wissenschaftlern? Sind die etwa nicht genial?
Diese Raffsucht, und diese grenzenlose Einbildung und Überschätzung, die einige Topmanager mit irrsinnigen Argumenten verteidigen, muss aufhören.
Wenn man aber auf diese Probleme aufmerksam macht, kommt immer das Wort „Neiddebatte“ ins Spiel.
Neid ist aber so ein billiges Wort und kindische Bezeichnung. Neid ist etwas, das man eher in den oberen und mittleren Schichten der Bevölkerung erkennt. „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd“. Angeberei und Protzerei muss man sich leisten können. In den unteren bis untersten Schichten der Bevölkerung, ist eher die Bereitschaft zur Zufriedenheit und Bescheidenheit erkennbar. Man hat kein Geld mehr um neidisch zu sein. In den oberen Schichten ist Neid alltäglich und viele machen alles, um es dem Anderen einmal so richtig zeigen zu können. Karriere um jeden Preis. Rücksichtslosigkeit inklusive. Anders kann man es dem Anderen nicht zeigen. Und die eigene Ehefrau soll vor der Frau des Anderen nicht mehr so zurückstecken müssen, wie auf der letzten Party. Gier
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ist geil. Ja, das ist unsere Gesellschaft. Aber in den unteren bis untersten Schichten der Gesellschaft, kann man schon eher die Bereitschaft zur Bescheidenheit und Zufriedenheit erkennen. Man ist zufrieden wenn es einem gut geht. Man gönnt seinem Nachbarn, den man seit vielen Jahren gut kennt, auch schon mal sein neues Auto. Und das, ohne tatsächlich Neid zu empfinden. Das darf aber, den oberen Schichten nach zu urteilen, nicht sein.
Die unteren Schichten haben gefälligst neidisch zu sein, das gehört sich so.
Neid ist auch etwas Schichtbezogenes. Es ist nicht so, dass jemand aus der unteren Schicht der Bevölkerung, auf einen Superreichen neidisch ist. Wenn Neid entsteht, dann eher auf denjenigen, der sich auf der gleichen gesellschaftlichen Schicht befindet. Daher ist Neid, in den unteren Bevölkerungsschichten, eher ein bescheidenes Gefühl.
Ein Obdachloser kann sich mit seiner Situation abfinden. Er kann, trotz allem, irgendwie zufrieden und bescheiden sein; vielleicht auch verzweifelt. Aber was kann danach kommen? Es ist so, man kann es nicht ändern. Es ist menschlich. Danach kommt Hass, Protest, Wut und Verzweiflung. Wer also ganz unten angekommen ist, und nicht gelernt hat damit umzugehen, kann zur Gefahr für die Allgemeinheit werden, weil es menschlich ist. Menschlichkeit ist nicht immer etwas Gutes.
Was also mit zunehmendem Reichtum und zunehmender Armut immer wieder passiert, ist eine nicht nachvollziehbare hasserfüllte Handlung allen Menschen gegenüber, die sich Neid noch leisten können. Die Wut die dann entsteht, geht bis zu unkontrollierbaren bis völlig unverständlichen Gewaltausbrüchen. Die Folge, die uns in Zukunft erwarten, sind eben Taten wie brennende Autos, Plünderungen und zunehmende Kriminalität.
Es ist falsch, wenn man immer von einer Neiddebatte redet, wenn
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das Kapital global falsch verteilt ist. Je verzweifelter die Armen sind, je schlimmer werden die gesellschaftlichen Zustände.
Nun fragt man einen Täter, der Autos angezündet hat, warum er das gemacht hat. Heraus kommt ein hasserfülltes wirres Gerede, das man dann schnell mit „Neid“ erklären kann. Aber so einfach ist das eben nicht. Es ist kein Neid im herkömmlichen Sinn; es ist blanker Hass, Resignation und Verzweiflung. Und es kommt noch schlimmer. Schuld daran ist unsere verlogene Politik. Mindestlöhne, heimlich eingeführte Kombilöhne, Zeitarbeit und Entlassungen schüren das alles noch an. Mit Neid, ist das nicht so einfach zu erklären. Da macht man es sich wirklich zu leicht. Es wird noch schlimmer kommen, wenn sich nicht global einiges wirksam ändert.
Horrorvision oder Realität?
Aug 2009
Na ja, wie gesagt; es ist im Laufe der Geschichte ein Tauziehen, das immer wieder hin und her geht. Die Geschichten handeln vom:
 Hochadel und den Bauern
 Leibherrn und den Leibeigenen (Sklaven)
 Großkapitalisten und dem Arbeitervolk
Heute ist es die so genannte Führungsriege. Politiker, Wirtschaftsbosse, leitende Beamte. Die Titel haben sich geändert, die Handlungsweise ist geblieben. Der unnachgiebige und ohne Rücksicht auf das eigene Schicksal bestehende Kampfeinsatz alter Gewerkschaftskämpfer, scheint verloren und umsonst gewesen zu
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sein. Was sie unter heute nicht mehr vorstellbarer Strapazen erkämpft haben, scheint uns immer mehr aus den Händen zu gleiten. Der Grund ist, dass an dem Tau der Menschlichkeit immer zwei verschiedene Charaktere zeihen. Auf der einen Seite ist die überdrüssig, gleichgültig gewordene einfache arbeitende Bevölkerung. Auf der anderen Seite ziehen Politiker, Wirtschaftsbosse, leitende Beamte. Dieses Tauziehen findet so lange statt, bis die Menschheit vernünftig miteinander umzugehen vermag; also vermutlich immer.
Dass Politiker in Aufsichtsräte einziehen, ist keine Seltenheit.
Amtsträger sitzen in irgendwelchen Aufsichtsräten großer Unternehmen, in irgendwelchen Gremien, Sie haben Nebeneinkünfte. Da stellt sich die Frage: Wer herrscht eigentlich wirklich in dieser Welt?
Plötzlich ist die Rede vom Ehrenkodex. Der ist aber nicht Lukrativ und davon kann man sich nichts kaufen.
Wenn das Kapital über die Vernunft siegt, was ist dann das Ziel dieser wirtschaftlich gesteuerten Macht?
Wollen wir doch einmal tief in kapitalistische Träume blicken. Hier beginnt eine zukünftige Horrorvision, oder ist das vielleicht schon Realität? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
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Das Volk soll, wie im alten Rom, mit Brot und Spielen bei Laune gehalten werden. In unserer Zeit sind das, Handys, Computer, Autos, usw. Das Volk darf nie gesättigt sein. Es muss immer Neues gefunden werden, dessen Besitz für jedermann zu einer Verpflichtung wird. Die Gesellschaft muss noch mehr sexualisiert werden. Durch Bilderfluten, Sport, Show und Überinformation sind die Menschenmassen zukünftig noch mehr von Problemen abzulenken, zu zerstreuen und an eigenständigem Denken zu
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hindern. Somit sind auch neue rigorose Maßnahmen leichter umzusetzen. Wichtig, um das umzusetzen, ist auch der Fußballsport. In den Köpfen der einfach denkenden Bevölkerung ist Fußball wichtiger als eine Landung auf dem Mars. Somit muss Fußball immer im Mittelpunkt der Medien stehen. Die Spieler müssen wie Stars behandelt und medienwirksam populär gemacht werden. Wenn sich die Fans dann noch gegenseitig die Köpfe einschlagen, haben wir das Volk richtig eingeschätzt und ein Teilziel erreicht.
Das Volk soll arbeiten und keine Fragen stellen. Es ist wichtig, Andersdenkende aufs schärfste zu denunzieren und öffentlich zu ächten. Unsere Leute müssen überall sein: in Parteien, Gewerkschaften in großen Vereinen, im Internet, in Foren und anderen Organisationen. So können Aufstände und rebellisches Verhalten wortgewandt im Keim erstickt werden. Es gibt immer Leute, die man für die eigene Sache gewinnen kann und sie dementsprechend mobilisieren, ohne dass sie wissen, für was und wen sie sich eigentlich einsetzen. Man muss nur gezielt Steine ins Rollen bringen. Viele Menschen, insbesondere Deutsche, lösen dann eine Diskussionslawine aus.
Politiker sind leicht zu programmieren. Was man einmal in ihre Köpfe eingehämmert hat, verteidigen sie wortgewandt, ohne auch nur einen weiteren Gedanken der Überprüfung, zu diesem Thema, zu verschwenden. Sie glauben einem von uns mehr, als tausend Leute aus dem Volk, weil wir die Macht und das Geld haben.
Wir zahlen immer weniger Geld für viel Arbeit. Hilfsmittel, um mit der Zeit den Tagelöhner wieder einzusetzen, sind schon umgesetzt. Man hat politisch geschickt die Zeitarbeit positiv erklärt. Auch die Kombilöhne wurden, durch die Hintertür, unbemerkt bereits eingeführt. So kann man die erreichten sozialen Errungenschaften der alten Gewerkschaftskämpfer wieder Schritt
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für Schritt zurückgefahren. So finden wir wieder den Weg ins 19. Jahrhundert. Das war eine gute Zeit.
Mögliche Werkzeuge um eventuell aufmüpfige Gegner zu begegnen sind, versprochene Karrieregarantie, Kapital und Macht. Wenn man den starken Feind zum Freund macht, hat der Soldat keine Führung mehr.
Nicht produktiv arbeitende Bürger sind nur notdürftig zu versorgen. Ihre Bedürfnisse sind möglichst klein zu halten. Außerdem muss erst alles greifbare Kapital, wie Lebensversicherungen, Häuser, oder anders erreichbares Kapital in den Familien der zu versorgenden, aufgebraucht werden. Wenn auch der Kommunismus nicht unser Ziel ist, so hat man dort doch einige Werkzeuge, die auch wir nutzen können. Somit werden Bürger erst dann notdürftig unterstützt, wenn sie selbst alles aufgebraucht haben, was in ihrem eigenen Besitz, oder im Besitz ihrer Familien, war. Dabei nehmen wir auch keine Rücksicht auf Kinder.
Es wird gerne gesehen wenn erfolgreiche Bürger möglichst Kinder bekommen, da diese auch für ihre Kinder sorgen und sie in eine sichere, gut ausgebildete, Zukunft führen können. Es ist nicht sinnvoll, wenn am Leben gescheiterte Bürger, die ohnehin hohe Bürgerkosten verursachen, auch noch Kinder bekommen. Es ist anzunehmen, dass solche Kinder, wie ihre Eltern, ebenfalls, als Versager dem produktiv arbeitendem Volke zur Last fallen.
Ziel dieser notwendigen wirtschaftlichen Fitnessmaßnahmen ist das bedingungslose zur Verfügung stellen der Arbeitskraft. Da keine dauerhafte Arbeit garantiert werden kann, wird ein Volk benötigt, das sich selbst sparsam und genügsam versorgt und emsig und fleißig für den Erhalt des jeweiligen Unternehmens sorgt, bei dem es arbeitet. Es muss dem Einzelnen klar gemacht werden, dass er sich selbst der Nächste ist. Wenn man
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brauchbaren Leuten sagt, dass sie ja nicht zu den Versagern und Verlierern gehören, und sich daher entsprechend einsetzten müssen, können wir uns die alte Denkweise „Teile und herrsche“ zu Nutze machen. Bevölkerungsschichten müssen manchmal gegeneinander ausgespielt werden.
So kann man auch entsprechend gut geschützte Wohnbereiche schaffen, um den Zutritt für Langzeitarbeitslose und Asoziale Elemente zu untersagen. Diese Elemente sollten schrittweise in Gettos angesammelt, und vom übrigen Volk getrennt werden. Das Internet sollte für diese Personen genau so schwierig zu erreichen sein. Das arbeitende Volk soll nicht mit unsinnigen Lebensphilosophien verseucht werden. Daher ist auch eine Überwachung der Internetplattformen und Foren nötig.
So können sicher paradiesische Wohnbereiche für erfolgreiche Menschen geschaffen werden, ohne dass man mit der niederen Lebensart des Pöbels konfrontiert wird. Dabei ist zu beachten, dass diese arbeitende Bevölkerungsgruppe ständig überwacht und geführt wird. Es ist von Vorteil, wenn möglichst viele Daten über die einzelnen Personen gesammelt werden können.
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Na, was glauben sie? Unsinn? Horrorvision? Oder doch mögliche Gedanken. Oder vielleicht schon geheim ausgesprochene Worte? Oder doch Realität?
Einige Manager denken natürlich anders. Sie wollen möglichst schnell reich werden, und dann auf die Insel. Ihnen ist es egal WEN sie ausbeuten: den Staat, den kleinen Mann oder Firmen. Dass der Staat auch ausgebeutet wird, von "Scheinpolitikern" ist sicher kein Geheimnis.
Fazit:
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Solche „Maßnahmen“ sind Ausbeutungsmittel, die dem Arbeitsmarkt immensen Schaden zufügen. Solche Praktiken haben oft zur Folge, dass mangelnde Qualität in Kauf genommen wird. Hauptsache billig. Obwohl Verantwortliche, privat nicht jeden Billiganbieter für Handwerksdienste nehmen, gelten in der Industrie offenbar andere Richtlinien.
Alles in Allem stellt sich hier die Frage, wer bei diesen ganzen Lohnsparmaßnahmen, noch die Steuern zahlen soll, die ein Land braucht, um überleben zu können. Kombilöhne, Zeitarbeitslöhne, Billiglöhne; von diesen Leuten ist nicht viel zu erwarten. Da muss man es vermehrt von denen nehmen, die noch Geld haben; also auch verstärkt von den Reichen. Die wirklich Mächtigen wissen dies aber wiederum zu verhindern.
Die untere Schicht der Bevölkerung.
2009
Leider muss ich immer mehr feststellen, dass man von gewissen "oberen Schichten" herab, versucht einige Mitmenschen als "untere Schicht" zu bezeichnen und sie dementsprechend auch negativ beschreibt.
Z.B. „Bildungsferne Unterschicht“, „Parasitäre Schmarotzer“, „Spätrömische Dekadenz“, „Bildungsferner Pöbel“, „Asoziale Elemente“ usw.
In schöner Regelmäßigkeit bringen Politiker Begriffe in die Debatte ein, die Gemüter erhitzen. (Herdprämie)
Sagte doch neulich ein Politiker, wenn man Eltern der „unteren
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Schicht“ Geld zahlen würde, wenn sie Ihre Kinder nicht in Kindergärten schicken würden, dann würden sie es eh nur versaufen.
Zu behaupten dass Familienväter der "Unteren Schicht" oder „Bildungsferne Unterschicht“ alle Säufer sind, ist eine Menschenverachtende Gefühlkälte die mich sehr an vergangene schreckliche Zeiten erinnert. Behauptet wird auch oft, wenn Eltern ihre Kinder schlagen, dass diese Kinder dann auch gewalttätig seien und ihre eigenen Kinder später einmal schlagen werden. Das alles ist eine, von oben herab, gezielte Erniedrigung.
Liegt nicht eine schwere Zeit der Menschenverachtung hinter uns? Muss dieser Hass nun wieder, Schritt für Schritt, eingeführt werden?
Sind wir auf dem Weg ins fünfte Reich?
„Teile und herrsche“, ein alter Hut. Es macht mich wütend, dass das Volk, seit Jahrhunderten, immer und immer wieder darauf hereinfällt. Lange studiert und nichts aus der Geschichte dazugelernt.
Die menschenverachtende Entwicklung des dritten Reiches ist nicht tot. Sie kann, wie eine böse Krankheit, wieder über uns kommen. Und die deutschen sind auf dem besten Weg dahin. Es erinnert mich auch an die Gefühlskälte der DDR. Ein weiterer Beweis für eine gefährlich wirkende deutsche Psyche und Entwicklung.
Beweise? Überall gibt es Mindestlohn. Nur bei uns sind die menschenverachteten Zeitarbeitsverhältnisse und sittenwidrige Löhne gut genug, dass die Unterschicht etwas zu essen hat und überleben kann. Beweise sind auch der menschenverachtende Umgang mit Angestellten einiger deutscher Supermärkte. Es gibt mittlerweile wieder Personalchefs die so eiskalt sind, dass sogar der Nordpol neidisch wird.
Die Deutschen waren einmal weltweit bekannt für ihre menschenverachtende Handlungsweise. Sie sollten aufpassen, dass es nicht wieder kommt.
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"Die Hand die gibt steht über der Hand die nimmt. Geld kennt keine Loyalität. Finanziers sind ohne Patriotismus und ohne Anstand. Ihr einziges Ziel ist der Gewinn.
Napoleon Bonaparte (1769-1821), französischer General, Staatsmann und Kaiser.
Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde."
Napoleon Bonaparte (1769-1821), französischer General, Staatsmann und Kaiser.
Gescheiterte Existenzen, Opfer der Gesellschaft
Alter Text. Aktualisiert 2013
Es ist keine Kunst mehr, in dieser Gesellschaft zu versagen. Früher reichte es aus, wenn man einen Hauptschulabschluss hatte. So konnte man einen Beruf erlernen. In der heutigen Zeit fehlt die Großindustrie, wie zum Beispiel Kohlegruben, an allen Ecken und Kanten. Die sogenannte „Unterschicht“ muss oft Billiglöhne, Zeitarbeit, Leiharbeit und Ausbeutung ertragen. „Teile und Herrsche“ sorgt noch dafür, dass diese Leute oft als Versager – wie auch mittlerweile Mieter – abgestempelt werden. Und das schlägt sich auf die Moral unserer Kinder und Jugendliche, in diesen „Unterschichten“, nieder.
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Das Ergebnis ist, Resignation auf breiter Ebene. Heile Welt und Abgrund liegen dicht beieinander. Unsere Kinder wurden mit dem Zwang erzogen, sich dem Markenkonsum anzupassen. Die Eltern wurden verpflichtet, ihren Sprösslingen diese Ansprüche zu ermöglichen. Das „Hotel Mama“ musste auch perfekt funktionieren.
Computerspiele ohne moralisches Limit; Horrorfilme höchster Perversität; Fernseher in den Kinderzimmer, damit man sich nicht mit ihnen beschäftigen muss; und eine Freiheit, die nur mit der Resignation einiger Elternhäuser zu erklären ist, formten eine falsche schöne „Scheinwelt der Jugend“.
Was dann oftmals folgte war ein gleichgültiges Verhalten in den Schulen. Bei vielen war auch die Gewissheit da, einer unteren Schicht anzugehören, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Dies formt eine Welt, die der Gesellschaft auf Dauer enorm schadet. Die Folgen sind weitreichend.
 Schwangere Teenager, die selbst noch Kinder sind und nicht im Entferntesten wissen wie das Leben funktioniert.
 Junge Väter, die sich ihrer Verantwortung nicht im Geringsten bewusst sind.
 Gewalttätige Jugendliche, die nur glücklich sind, wenn ihre Fußballmannschaft gewonnen hat.
 Jugendliche die nur noch in der „Virtuellen Computerwelt“ existieren können.
 Falsche Freunde, Drogen, Alkohol und Konflikte mit dem Gesetz folgen dann auf breiter Ebene.
 Extreme Faulheit bei einigen Leuten, die einfach den Arsch nicht mehr vom Sofa hochbekommen.
So bleiben Krankheiten, Übergewicht, Rückenschmerzen und Suchtkrankheiten ebenfalls nicht aus.
So wachsen schon sehr früh, gescheiterte Existenzen heran, die nie
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eine Chance hatten, nie eine wollten und nie dafür kämpften.
Kaum herangewachsen, stinkt ihnen die Nörgelei der Eltern, die sehen, dass der Nachwuchs die falschen Wege gehen will. Um sich dem zu entziehen, und sich den gewohnten Luxus und die entsprechende Freiheit weiter leisten zu können, ziehen sie von Zuhause aus, in ihr erstes „Selbstständiges Leben“. Um sich dieses Leben anfangs leisten zu können, machen sie übermäßig Schulden. Denn mit Geld umzugehen, haben viele eben auch nicht gelernt. Die Banken geben es ja, und einen Laptop, einen Fernseher mit großen Flachbildschirm und ein schnelles tiefer gelegtes Auto, muss ja sein.
Dann kommt man mit dem „Wahren Leben“ in Konflikt. Man hat nie gelernt was es heißt Wohnraum zu bezahlen, für Nebenkosten aufzukommen und das Bankkonto regelmäßig selbst mit Fleiß und Arbeit aufzufüllen. Die weiteren Folgen sind dann: Schuldenfalle, Privatinsolvenz, und Hartz IV.
Es entsteht ein Hass gegen die Gesellschaft und allen, denen es besser geht. „Besser Gestellte“ sollten dann wissen, wo sie ihren teuren - und für sich selbst sehr günstigen – Dienstwagen besser nicht parken.
Es entsteht eine Unterschicht des Hasses und der brutalen Entschlossenheit, wie es sie, auf diese Art, noch nie gegeben hat.
Und was sagt unsere Politik dazu? „Bildungsferne Unterschicht“.
Und was sagt die Mittelschicht dazu? Die hätten ja etwas Vernünftiges lernen können wie wir auch. Die sind selbst schuld.
Und was sage Ich dazu? Schuld ist oftmals das System. Es wird immer schwieriger darin zu bestehen. Und viele haben den Kampf von Anfang an nicht aufgenommen. Der wahre Kampf, den es zu gewinnen lohnt, findet nicht im Fußballstadion statt, sondern im wahren Leben und in unserem schwierigen gesellschaftlichen System.
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Wer Kämpft, kann auch verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Als der Arbeiter noch in Urlaub fahren konnte.
„Geh auf die Grub (Zeche, Bergwerk)! Da hast Du jeden Monat dein Geld. Damit kannst Du leben“.
Tja, das sagte man früher, nach dem Krieg, bis in die achtziger Jahre hinein.
Im Bergwerk, in großen Industrieanlagen, Kokereien und Eisenhütten konnten noch Leute arbeiten, die heute mit erniedrigenden Bezeichnungen gekennzeichnet werden wie „Untere (bildungsferne) Bevölkerungsschichten“.
Es gab früher Arbeit für fast jeden. Heute ist das nicht mehr so. Es sei denn, man arbeitet für nichts oder wenig. Heute bewegen sich viele Bürger am Existenzminimum und darunter. Und es wird immer schlimmer. Statt die Menschen, die schon jetzt unter gehen, als Warnung zu sehen, ernten sie nur Hohn und Spott.
Diese fleißigen Leute, die durch ihre täglich schwere Arbeit bewiesen hatten, dass sie in der Gesellschaft etwas leisten können und wollen, lässt man heute mit Billiglöhnen, mangelnden Arbeitsangeboten, Zeitarbeitsfirmen – kurz Ausbeutung – mit ihren Problemen alleine. Nach dem Fall der Innerdeutschen Grenze, kamen Regierungen ans Werk, die so viel kaputtgemacht hatten, dass man sich die Frage stellen muss, was in dieser „Neuen deutschen Zeit“
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wirklich passiert ist.
Der Bergmann konnte noch, von seinem Geld das er damals verdiente, leben. Ja, man konnte sogar in Urlaub fahren und so einige Bergleute konnten sogar ein Haus bauen. Es sollte einmal eine Altersvorsorge sein. Heute stehen viele dieser Häuser wieder zum Verkauf. Was ist passiert? Wer hat Deutschland so zerstört? Wer hatte diese kommunistisch angehauchte Idee; den Leuten ihre Altersvorsorge, Lebensversicherungen und Erspartes der Kinder, wegzunehmen? Wer hatte die Idee, die Kaufkraft des „Kleinen Mannes“ – klingt doch besser als „Bildungsferner Mann“ – derart zu schwächen.
Da gibt es den Irrglauben: Wenn es den Reichen gut geht, geht es auch den Armen gut. Nein, es ist genau umgekehrt. Den „Unteren Bevölkerungsschichten“ muss es gut gehen, dann sind das Kapital und der Reichtum der Reichen nicht mehr gefährdet. Sie müssten weniger gierig sein, dann wäre alles gut.
Aber, wenn man sich in den Bevölkerungsschichten so umschaut, die früher ins Bergwerk „schaffen“ gingen, dann erkennt man, wie tief schon einige von ihnen gesunken sind.
Der Sohn eines Bergmanns ist früher selten auf dumme Gedanken gekommen wie, Schlägereien, Pöbeleien, oder kriminellen Handlungen. Der Papa hat gesagt, er reißt sich in der Grube nicht den A.... auf, dass der Bengel ein tolles Leben hat und unschuldige Leute anpöbelt. Heute sitzt der „Mögliche Bergmann“ arbeitslos und frustriert vorm Fernseher und lässt alles resignierend über sich ergehen. Dabei ist klar, wenn die Kaufkraft der Bevölkerung schwindet, macht sich das auch irgendwann bei denen bemerkbar, die sich so lange in Sicherheit wiegen. Und dann kommt immer die Spöttische Bemerkung: Ja, hätte Horst etwas gelernt! Teile und herrsche. Menschen der Zukunft werden nur noch mit Abi
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anerkannt??? Auf die Zukunft kann ich verzichten.
Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Der deutsche Arbeiter wird verraten und verkauft. Die Mächtigen sahnen immer mehr ab und leben in unermesslichem Reichtum. Das ist der einzige Grund, warum diese Leute gegen Mindestlöhne sind.
Deutschland auf dem Weg zu einem Europäischen Billiglohnland. Deutschland auf dem Weg zum Mitleidsland. Deutschland auf dem sicheren Weg zum Untergang.
Eigentlich müssten wir alle vor Wut kochen. Politiker beschimpfen sich seit Jahren wie die kleinen Kinder. Sie verdrehen die Worte ihrer Gegner und formen sie für sich passend zu Recht. Sie schimpfen über die Linken, obwohl deren Wähler nur nach Hilfe schreien. Diskussionsrunden im Fernsehen kann man nicht mehr ertragen, weil man jedes Mal erkennt, wie realitätsfremd diese Leute leben.
Die Antwort eines anwesenden Politikers: „Ja, das sind Einzelfälle.“ Ein normal denkender Mensch mit Herz, kann das doch nicht mehr ertragen.
Dann ärgert es mich immer umso mehr, dass die rhetorische Kunst einiger Politiker, Hände in Fernsehstudios zum Klatschen steuern, ohne dass man es bemerkt. Einigen dieser Studioklatscher möchte ich liebend gerne in den A.... treten.
Noch schlimmer ist es, wenn sie wissen wie es dem Volk geht und es
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ihnen egal ist. Aber wir sind doch selbst daran schuld. Immer wenn man versucht solche Probleme aufmerksam zu machen, kommt ein intellektueller Besserwisser der sagt: „Was jammert ihr denn so rum. Es geht uns doch gut. Die Deutschen sind immer am jammern.“
Heute weiß man, dass sich solche Leute oft, von der Lobby bezahlt, extra in Foren und Medien herum tummeln, um diese zu beeinflussen; sodass ein eventueller Aufstand schon im Keim zerstört wird.
Das sind aber auch Leute, die nur demonstrieren wollen, dass sie in der trockensten Wüste noch genügend Wasser finden würden. Sie wollen eigennützig zeigen, dass sie ganze Kerle sind. So sind eben viele Deutsche: Ohne jegliches Gemeinschaftsgefühl. Sie sehen nur sich selbst. Aber wenn wir warten, bis auch diese Leute in der Scheiße stecken, ist es schon zu spät.
Wenn sich keiner mehr ausbeuten lässt, können auch die Firmen die Arbeit nicht mehr für lau machen lassen. Wenn aber der Staat die Arbeitslosen zur Ausbeutung zwingt frage ich mich, wie weit wir gesunken sind.
Wer nicht bezahlt wird, kann auch nicht kaufen!
Manchmal denke ich, dass die Krawatten einiger Politiker zu eng geschnürt sind, sodass die Gehirne nicht mehr richtig durchblutet werden. Wenn man unseren Politikern zuhört, dann weiß man nicht ob die in derselben Welt leben wie der Rest der Welt.
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Arbeitslos mit 65
2006
Es ist wieder einmal Freitagmorgen. Hannes und Dieter treffen sich in der Kneipe an der Ecke zum Frühschoppen. Eigentlich könnten sie sich jeden Tag dort treffen, denn sie sind beide arbeitslos. Doch sie haben nicht das Geld, um jeden Tag in die Kneipe zu rennen. Hannes ist 23 Jahre alt, und gelernter Straßenbauer. Dieter ist 21 und hat eine Lehre erfolgreich als Maler beendet. Zwischen den Beiden entsteht folgendes Gespräch.
„Hallo Dieter, na, wie geht’s? Noch keinen Job gefunden?“„Nee Hannes, Mein Opa hat noch den Malerjob bei der Firma. Ich hab’ mich dort mehrfach beworben, aber die stellen niemand mehr ein. Dabei ist mein Opa dauernd krank. Wenn er aber mal wieder arbeiten kann, ist er kaum noch imstande eine vernünftige Leistung zu bringen.“
„Wie lange muss er denn noch arbeiten?“
„Na, er ist jetzt 65, also noch fünf Jahre. Aber ich glaube, die erlebt er nicht mehr. Aber auch wenn er gar nicht mehr arbeiten kann, bekomme ich die Stelle nicht, denn die Firma arbeitet derzeit meist mit staatlich geförderten Auszubildenden oder Praktikanten. Ich bin denen zu teuer. Und Du Hannes, was ist mit dir?“
„Ich hab auch einen Opa der im Straßenbau arbeitet; oder besser, gearbeitet hat. Er ist kürzlich entlassen worden. Er war für den Betrieb untragbar geworden. Mein Opa ist auch 65 und hat schon lange, von der jahrzehntelangen Schufterei, die Knochen kaputt. Nun sitzt er zuhause und beantragt Sozialhilfe. Er bekommt aber höchstwahrscheinlich nichts, weil ich einen Job in der Firma bekommen habe, die ihn rausgeschmissen hat. Und da sein Enkel in Zukunft Geld verdient, bekommt Opa nichts. Außerdem muss er mir sein Haus überschreiben, denn wenn er das nicht macht, gehört es
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ihm sowieso nicht mehr lange.“
„Ja Hannes, das befürchtet mein Opa auch. Wenn er seine Arbeit verliert, wird sein Haus verkauft, er kommt ins Altenheim und ich hab’ nichts mehr davon. Dabei hat er jahrelang geschuftet, um uns das Haus einmal zu hinterlassen. Mein Vater will jetzt das Haus übernehmen, aber mein Opa ist stur, der will es nicht überschreiben lassen. Er meinte kürzlich, dass er nicht der erste Großvater wäre, der in seinem eigenen Haus in den Keller verpflanzt wird.“
„Ja Dieter, in unserer Nachbarschaft mussten auch Leute ihr Haus verkaufen und in einen Plattenbau ziehen, weil sie keine Unterstützung bekommen hatten.“
Dann schweigen beide einen Augenblick, bis Dieter fragt:
„Du, Hannes, was ist eigentlich wenn wir einmal Opas sind?“
Sie nippten betrübt an ihrem Bier und sagten lange nichts.
Wenn wir es nicht innerhalb von zwei Jahren schaffen, die Arbeitslosigkeit auf zwei Millionen zu drücken, haben wir es nicht verdient, wiedergewählt zu werden.
Zitat Bundeskanzler Schröder: Jahr 1998 vor der Wahl
"Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2000 die Zahl der Arbeitslosen zu halbieren."
Helmut Kohl, Bundeskanzler (1982 bis 1998). Jahr: 1996
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Hartz IV: Das gescheiterte Erfolgsmodell.
Juli 2011, geändert April 2012
Wer hatte diese kommunistische Idee, den Leuten ihre Altersvorsorge, ihre Lebensversicherungen und Erspartes der Kinder, wegzunehmen?
Wer hatte die Idee die Betroffenen dermaßen in die Armut zu treiben, dass sie verhungern würden, wenn der Staat nicht endlich mit „Hartz IV–Almosen“ helfen würde.
Ich möchte vorweg eines klarstellen. Man kann nicht alle Hartz IV-Empfänger über einen Kamm scheren. Obwohl das viele Menschen gerne tun. Sie lassen sich oft von den Medien aufhetzen. Teile und herrsche. Es kann nicht sein, dass ein fleißiger Arbeiter, der 40 Jahre eingezahlt hat, sein schwer verdientes und erarbeitetes Haus verkaufen muss und in die Armut getrieben wird, bevor er etwas bekommt.
Daher will ich hervorheben, dass ich hier nicht für Langzeitarbeitslose spreche.
Es gibt sehr viele Betroffene, die diese staatliche Behandlung nicht verdient haben.
Die staatliche Bevormundung – welches Auto, welche Wohnung, Sparbücher der Kinder, Anrechnung der Geldgeschenke an Kommunion und Konfirmation der Kinder, Verbot an der Teilnahme von Lottospielen, Zwang die Altersvorsorgen aufzubrauchen, das Haus in dem man selber lebt zu verkaufen, usw. – ist nicht zu ertragen. Nachbesserungen waren erst in Erwägung gezogen worden,
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nachdem es jahrelang viele Proteste gab.
„Erst einmal versuchen, wie weit man gehen kann“.
Nach diesem Motto wurde Hartz IV geplant und beschlossen. „Verändern kann man später immer noch; wenn es sein muss“.
Danach wurde alles beschlossen. Wer scheitert bekommt noch einen Tritt in den Hintern dazu.
Hilfe, die anderen gewährt wird – wie das Betreuungsgeld – werden Hartz IV Empfängern verwehrt. Andere, die es nicht so nötig haben, bekommen das Geld.
Man stelle sich einmal vor, man hat eine kleine Tochter – vielleicht 10 Jahre alt – und dieses Kind hat sich 650 Euro zusammen gespart. Das Kind will einen PC kaufen, wenn wieder einmal einer im Angebot ist. Endlich hat das Kind das Geld zusammen gespart und das Angebot ist da. Freudig ruft das Kind: „ja, jetzt kann ich mir den PC kaufen“.
Doch, Sie wurden arbeitslos.
Können sie das und sagen, dass es sein Geld hergeben muss. Dann müssen Sie dessen Sparkasse öffnen und das Geld raus nehmen.
Können sie das???
Nein?
Aber genau das verlangte der Staat von uns. Und nicht immer kennen „Hartz IV-Empfänger“ ihre Rechte. Sie sind oft der blinden amtlichen Willkür ausgesetzt.
Hier kann man einmal sehen, wie abartig und bösartig die regierende Geldmacht geworden ist, und wie sehr unsere Politiker, wie Marionetten, gehorchen.
Je ärmer und armseliger die Hartz IV Empfänger sind, um so mehr
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lohnt sich eine Arbeit im Billiglohnsektor. Aber auch da gibt es mittlerweile enorme Schwierigkeiten. Um im Billiglohnsektor arbeiten zu können, braucht man auch ein Auto. Man braucht auch Benzin. Und das muss bezahlt werden. Pendlerpauschale? Danke, ich lache später, wenn ich im Keller bin.
Arbeiten zu gehen, lohnt sich für viele Menschen, die in den untersten Lohngruppen bezahlt werden, nicht mehr. Auch dann nicht, wenn man dermaßen bevormundet wird, wie in unserem Land. Der Staat kann es sich auch nicht leisten, Billiglohnempfänger finanziell zu unterstützen; so nach dem Motto. „Versteckte Einführung der Kombilöhne“.
Dann muss man sich die hochintelligenten Weisheiten von einigen Leuten anhören die sagen, dass es Hartz IV-Empfänger, im Gegensatz zu der hungernden Bevölkerung in armen Ländern, noch sehr gut geht und sie sich nicht beschweren sollten.
Ich bin es so leid. Ich bin es so unendlich leid. Mich kotzten diese hochnäsigen, verlogenen, dreisten Rücksichtslosigkeit an. Sie beschimpfen sich seit Jahren wie die kleinen Kinder. Sie verdrehen die Worte ihrer Gegner und formen sie für sich passend zu Recht. Sie schimpfen über die Linken, obwohl deren Wähler nur nach Hilfe schreien. Diskussionsrunden im Fernsehen kann ich nicht mehr ertragen, weil ich jedes Mal erkenne, wie realitätsfremd diese Leute leben. Noch schlimmer ist es, wenn sie wissen wie es dem Volk geht und es ihnen scheißegal ist. Aber wir sind doch selbst daran schuld. Immer wenn man versucht auf die Probleme aufmerksam zu machen, kommt ein intellektueller Besserwisser der sagt:
„Was jammert ihr denn so rum. Es geht uns doch gut. Die Deutschen sind immer am jammern.“
Dann kann ich nur sagen: Schlaft weiter, in eurer heilen Welt! Oder, genießt das Geld und die Karriere, die man euch, für euren Verrat an
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euren Landsleuten, bezahlt.
Dann sehe ich wieder eine Diskussionsrunde im Fernsehen, in der Schicksale von gescheiterten Menschen gezeigt werden. Die Antwort eines anwesenden Politikers:
„Ja, das sind Einzelfälle.“
Jahre später sprach man von notwendigen Korrekturen und man hätte Fehler gemacht. Das waren keine Fehler. Fehler macht man, wenn man etwas übersieht. Aber so blind können die Macher von Hartz IV gar nicht sein, dass sie das nicht wussten. Erst einmal das entscheiden und durchsetzen was man wirklich will. Gibt es dann zu viel Gegenwehr, kann man ja immer noch korrigieren. Und so was nennt sich „sozial“.
Ich bin nur noch schrecklich wütend. Und ich bin stinksauer. Und ich bin hilflos. Die einzig wirklich wirksame und vernünftige Gegenwehr, die man gegen diese Machthaber hat, ist das Wort. Wenn „Das Wort“ nicht siegt, ist alles verloren.
Abzocke mit dem Kommunalabgabengesetz
2012
Abzocke gibt es überall. Auch die Kommunen zocken ab.
Die meist stark verschuldeten Kommunen wälzen, seit längerem schon die Kosten von Pflege, Reparatur und Instandhaltung ihrer Straßen, nach dem geltenden Straßenausbaubeitragsrecht des Kommunalabgabengesetz, auf die Grundstückseigentümer ab. Diese Kosten für die Grundstückseigentümer ergeben sich nur dann, wenn,
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durch die Sanierung, ein besonderer wirtschaftlicher Vorteil entsteht. Reine Unterhaltungs- oder Instandsetzungsarbeiten an Ortsstraßen muss die Gemeinde selbst zahlen. Die Kosten dafür können nicht auf die Straßenanlieger umgelegt werden. Das interessiert aber die Kommunen nicht im Geringsten. Paragrafen kann man, zum eigenen Vorteil, dehnen. Das Recht die Straße zu benutzen, um das eigene Grundstück zu erreichen, wird bereits mit der Bezahlung des Erschließungsbeitrages erworben. Und das muss niemals wieder erneut bezahlt werden. Auch dann nicht, wenn es sich um eine ganz normale Zeitbedingte Verschleißerscheinung handelt.
Da man meist, durch eine Sanierung, Umbau oder Reparatur, keine wirtschaftlichen Vorteile erkennen kann, ist eine Abwälzung der Kosten auf die Bürger nicht rechtens. Selbst wenn man eine Straße so verändert, dass sie verkehrsberuhigt oder in anderer Weise bürgerfreundlicher umgebaut wird, ist es den Anliegern nicht zuzumuten, einen Kredit aufzunehmen für einen Straßenausbau, der ihnen keinen - oder keinen direkt greifbaren - wirtschaftlichen Vorteil verschafft. Ein Mehrwert des eigenen Grundstücks oder des Hauses ist ein "nicht greifbares Kapital" das nur bei einem Verkauf zur Verfügung steht. Ein Mehrwert des Eigentums müsste also erst einmal bewiesen und errechnet werden. Dann steht es aber noch lange nicht zur Verfügung. Leider wird es oft schwammig, eigennützig und gesetzeswidrig formuliert, wie: „Möglichkeiten wirtschaftlicher Vorteile“. Diese "Möglichkeiten", muss man aber erst einmal nutzen können. Ein Bürgermeister sagte zu einer älteren Witwe
"Dann müssen Sie halt ihr Haus verkaufen, wenn Sie das nicht bezahlen können".
Straßen können von allen Bürgern benutzt werden und müssen folglich aus Steuern finanziert werden. Da die Straßen auch von allen Bürgern benutzt werden, und daher vielen anderen Bürgern
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„wirtschaftliche Vorteile“ bieten könnten, ist es unlogisch eine Sanierung einzig und alleine auf die Anlieger abzuwälzen. Da kann man ja froh sein, wenn man nicht alleine an einer viel befahrenen ausgebauten Straße wohnt.
Außerdem verstößt solch ein Verhalten der Kommunen gegen das Verhältnismäßigkeitsprinzip.
Was sagen aber die Juristen zu den Kommunalabgabengesetzen? Nichts. Denn jeder Streit den sie ausfechten, ist bares Geld. Die zahlreichen sich wiederholenden Standardverfahren gegen die Straßenbaukosten stellen eine dauerhaft sprudelnde Einnahmequelle dar. Die Fachanwälte für Verwaltungsrecht werden deshalb kaum Interesse zeigen, diesen Zustand zu verändern.
Auch für Anschlüsse an Kanalsysteme oder den Bau von Kläranlagen werden private Kostenübernamen verlangt. Ob sich das die Eigentümer leisten können spielt keine Rolle.
Bei all diesen Maßnahmen bewegen sich die Kommunen stark am Rande der Legalität.
Es ist allerhöchste Zeit, dass dieses Anliegerkosten-Unwesen bereinigt wird.
Wie denkt man als Politiker?
Das Problem, das die meisten heutigen Politiker haben ist, dass sie nur programmiert sind, aber sie wollen nicht mehr nachdenken. Es fehlt auch die Zeit dazu. Auch verhindert wird es durch die innerparteiliche Sturheit. Das heißt im Klartext: Sie halten abrufbare
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Gegenargumente auf Knopfdruck bereit. Sie können sofort antworten ohne nachzudenken. Es läuft nur ein Programm ab. Das Programm wurde irgendwann installiert und festgelegt. Updates dafür gibt es nicht; darf es auch nicht geben, wegen Maulkorb für "politische Abweichler". Und so ist es auch schwer, wenn nicht unmöglich, ein programmiertes Thema umzuschreiben; also einen Politiker von seinem Irrtum und vom Gegenteil zu überzeugen. Programmieren lassen sich Politikergehirne auch von Leuten, von denen sie sich einen Vorteil versprechen. Es ist aber auch abhängig von Opposition und Regierung. Es ist abhängig von dem eigenen parteilichen Denken; vom Parteiprogramm.
Man muss das Programm nicht einmal genau kennen; man muss nur wissen, welche Antworten man bereit halten muss.
Man bekommt ja seine Meinung auch irgendwo vorgegeben. Die Nachdenkprogramme und Fehlersuchprogramme wurden aus deren Köpfen gelöscht. Wären Politiker weise, würden sie versuchen einander zu verstehen und Kompromisse finden. Sie würden sich auch schon mal innerparteilich widersprechen. So seltsam sich das anhört; es wäre ein Fortschritt. Aber das alte Spiel geht weiter.
Es ist ein ewiger Kampf auf der politischen Showbühne: Vorne redet jemand und unten hört niemand zu, oder sie schalten ein Schutzschirm um ihr Gehirn, damit man von gegnerischen Argumenten nicht doch noch überzeugt wird. Die derzeitige Informationsflut der Menschen untereinander, die sich in Sozialen Netzwerken bewegen, geht an ihnen vorbei. Sie profitieren nicht vom derzeitigen neuzeitlichen und gegenseitigen Lernen untereinander, von denen, viele Menschen geistig profitieren. Das bedeutet; je weiser die Menschen um sie herum werden, je blöder stehen sie mit ihren Argumenten da. Sie bemerken das aber nicht und ernten immer mehr Spott und Hohn.
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So, und wer sagt ihnen das nun? Sie begreifen es nicht. Der Schutzschirm, verstärkt mit Arroganz, ist ja eingeschaltet.
Und den Fehler macht, dass sie - wie ein Schachspieler - erst einmal über ein Thema nachdenken und es gemeinsam besprechen müssen; dann lacht man sie aus. Die Konsequenzen müssen genau überdacht werden. Es ist schon lustig, dass man solchen „vorsichtigeren Leuten“ vorwirft, dass sie es wagen in der "Welt der Politik" erst nachzudenken.
Korruption? Wir doch nicht.
März 2012
Wenn man nun die bisherigen Kapitel in diesem Buch zusammenfasst, könnte man annehmen, dass in unserer politischen Welt viel Korruption im Spiel ist. Aber, wir doch nicht. Fangen wir einmal mit ein paar einfachen Beispielen an.
 Ein Feuerwehrmann der Brände legt.
 Ein Polizist der Banken beraubt.
 Ein Naturschützer, der seine Autoreifen in den Wald wirft.
 Ein Pfarrer, der ein Bordell besitzt.
 Ein Tierschützer, der auf Robbenjagd geht.
 Eine Nonne, die Nacktmodell ist.
 Ein Banker, der Leute betrügt und bestiehlt.
 Ein Gewerkschafter, der selbst ein Großunternehmer ist.
 Ein Politiker, der in der Wirtschaft tätig ist.
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Es gibt Dinge, die gehören nicht zusammen. Das muss uns einfach klar sein.
Ein Gewerkschafter, der selbst in einem Großunternehmen Leute ausbeutet, kann kein Gewerkschafter sein.
Ein Politiker, der in Vorständen einiger Großunternehmen sitzt, kann kein Politiker sein.
Wir wissen alle, dass der Anreiz in die Politik zu gehen, durchaus groß ist. Wenn man es nach oben geschafft hat, und dann abtritt, hat man schon nach kurzer Amtszeit, seine sichere Altersvorsorge in der Tasche. Das ist ja auch in Ordnung. Sonst würden ja alle guten Leute gleich in die Wirtschaft abwandern. Es geht aber nur: „Entweder Oder“. Beides zusammen ist Raffgier pur. Solche Leute können niemals die Interessen des Volkes, oder – im Falle der Gewerkschaften – der Betriebsangehörigen, wahren. Solche Leute haben aber auch nicht die geringsten moralischen Bedenken. Sie merken gar nicht, wie niederträchtig sie handeln. Dieses Gerechtigkeitsgefühl ist ihnen nicht gegeben, und ist – in ihren Augen – nur dumme und unrentable Gefühlsduselei.
Und nun kommt der Hammer:
Hier ein Original-Auszug aus Wikipedia März 2012.
Zitat:
Die UN-Konvention gegen Korruption ist der erste weltweit völkerrechtlich verbindende Vertrag zur Bekämpfung der Korruption. Er verpflichtet die Vertragsparteien zur Bestrafung verschiedener Formen der Korruption gegenüber Amtsträgern und zur internationalen Zusammenarbeit. Die Konvention ist von 159 Staaten ratifiziert (Stand Januar 2012). Die größten Staaten (nach Einwohnerzahl) die die
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Konvention nicht ratifiziert haben sind Japan, Deutschland, Myanmar, Sudan, Saudi-Arabien, Nordkorea und Syrien.
Zitat Ende.
Ja, Sie lesen richtig. Deutschland hat sich bis dahin nicht daran beteiligen können. Erst 2014 war es dann doch soweit.
Quelle: Wikipedia. Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Die Welt kann darüber nicht mehr lachen. Das muss man sich einmal langsam auf der Zunge zergehen lassen. Deutschland wird gefragt, ob man mithelfen wolle im Kampf gegen Bestechung, Korruption, Drogenhandel, Geldwäsche etc. Und man bekommt zur Antwort:
„Hm, ähm, ja also, nööö, noch nicht“. Wir sind noch nicht soweit. Da fehlen noch ein paar Beschlüsse und ein paar Unterschriften.
Tja, was soll man auch machen, wenn man so sehr abhängig von den Finanzmärkten ist.
Korruption ist keine örtlich begrenzte Angelegenheit. Korruption ist eine grenzüberschreitende Erscheinung. Alle Gesellschaften und Wirtschaftssysteme sind betroffen. Um gegen Korruption wirksam ankämpfen zu können, ist eine internationale Zusammenarbeit unbedingt erforderlich.
Wer sich dagegen wehrt, gibt zu Korrupt zu sein.
Ausreden sind lächerlich, völlig hilflos, unangebracht und entlarvend. Es beweist, dass unsere Politiker nur noch Marionetten des Top-Managements sind. Und sie scheuen sich nicht, dies vor der Welt, neben Nord-Korea und dem Sudan, zuzugeben. Es geht nicht nur darum, ob ein Politiker mit seinem Dienstwaren zum Bäcker gefahren ist, oder ein anderer, einen Kredit von Freunden erhielt. Es geht immerhin um Wirtschaftskriminalität, um Dubiose Bankgeschäfte, um Bestechung, um organisiertes Verbrechen und
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vieles Mehr. Und vor allem geht es darum, dass Politiker zunehmend nicht mehr dem Volke dienen, sondern den Managern.
Das Ansehen Deutschlands sinkt.
Fahrlässige Rechtsprechung
2012
Immer und immer wieder erfahren wir aus den Medien von skandalösen Prozessen. Unsere Justiz handelt manchmal unverantwortlich und verachtungswürdig fahrlässig. Da genüge es plötzlich, dass ein Schwerverbrecher eine neue Freundin hat oder eine Arbeitsstelle in Aussicht. Es zählt nur noch die „schnelle Erledigung“ der Verfahren. Die Rache ist mein, sprach der Herr. Das wissen auch unsere Richter. Sie überlassen Gott die Rechtsprechung. Es sei denn es handelt sich um Steuersünden. Da ist Gott nicht zuständig; das muss auf Erden hart bestraft werden. Unsere laschen und geradezu fahrlässigen Gesetze führen irgendwann zur Selbstjustiz. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass jemand das Recht in die eigene Hand nimmt. Alle wissen es, doch man kann nichts dagegen tun. Machtlos und ohnmächtig sehen wir zu, wie Schwerverbrecher immer wieder Freigang bekommen und auf die Menschheit losgelassen werden.
Machtlos sehen wir zu, wie minderjährige Schwerverbrecher verhätschelt werden.
Und machtlos sehen wir zu, wie Kinderschänder und Mörder für bekloppt erklärt werden und nach kurzer Zeit immer wieder frei kommen, milde bestraft werden, oder in wohlwollende Behandlung
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kommen. Warum ist man nicht ehrlich. Jemanden lange Einbuchten kostet den Staat zu viel Geld. Das ist es doch. Einfach zugeben.
Wann ist ein Mensch wirklich unzurechnungsfähig?
Wenn ein Verbrecher schon vor der Tat dermaßen aufgefallen wäre, oder in psychiatrischer Behandlung gewesen wäre, könnte ich noch irgendwie nachvollziehen, dass man ihn entsprechend behandelt. Sogar der norwegische Massenmörder von 2011 soll Unzurechnungsfähig sein. Da fragt man sich doch:
Was ist normal? Ist Mord normal? Ist Menschenhandel normal? Ist Geiselname normal? Sind Krawallmacher normal?
Wenn man das so sieht, sind die doch alle „geistig nicht auf der Höhe“. Da muss man sich ganz andere Fragen stellen.
Wie viele Diktatoren waren zurechnungsfähig? Sind religiöse Fanatiker zurechnungsfähig? Ist ein Vergewaltiger zurechnungsfähig?
Wenn ich das so sehe, müssten die Meisten, die im Bau sitzen, in die Anstalt verlegt werden. Nein, so nicht. Es interessiert mich nicht, welchen Intelligenzquotient die Täter haben. Es gibt Menschenmonster die darf man nie wieder auf ihre Mitmenschen loslassen. Aber die größten Monster sind die, die immer wieder dafür sorgen, dass solche Schwerverbrecher freikommen und wieder straffällig werden.
Unverständlich ist auch, dass Polizisten sich heutzutage alles gefallen lassen müssen, selbst aber ihre „Klienten“ mit Samthandschuhen anfassen müssen. Festgenommene Täter (z.B. brutalste Schläger) werden auf der Polizeiwache verhört, jedoch nicht mehr in Untersuchungshaft genommen, sondern nach
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Feststellung der Personalien, unter dem Beifall ihrer Freunde und entsprechender Verspottung der Polizei, wieder frei gelassen.
Was muss man in Deutschland tun um ein Leben lang eingesperrt zu werden? Terroristen und Steuersünder haben gute Chancen das zu erreichen. Aber beim Terrorismus sind ja auch unsere Politiker selbst bedroht. Da verstehen die keinen Spaß. Aber wenn nur Normalbürger oder Kinder bedroht sind, ist das offenbar nicht so schlimm.
Mit fahrlässiger Rechtsprechung tun wir uns keinen Gefallen. Wir fördern den Menschenhass, helfen Kinderschändern beim ausüben ihrer scheußlichen Taten und fördern die Kriminalität.
Amerikanische Zustände brauchen wir nicht. Aber so kann es auch nicht weitergehen.
Aber da Besserwisser immer wieder die unmöglichsten Gegenargumente finden, glaube ich nicht, dass wir in Zukunft vor solchen Gewaltverbrecher geschützt werden.
Wenn Internet und Medien die Welt verändern.
Shitstorm oder Demokratie 2.0 (Juli 2012)
Im Streit um Gut und Böse hat uns der Fortschritt – wer auch immer die Erfinder angetrieben und inspiriert hat – eine neue Waffe in die Hand gegeben. Das Internet. Das Schwert Exkaliebur der Neuzeit.
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Doch wie nutzt man dieses Schwert? Es ist im Moment so, dass wir alle den Umgang damit noch lernen müssen. Doch diese neue Waffe eröffnet uns ungeahnte Möglichkeiten. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, kann man öffentliche Meinungen nicht so einfach auf den Index setzen und verbieten. Die neue Waffe scheint unzerstörbar zu sein. Obwohl der Kampf dagegen schon lange begonnen hat. Viele Länder versuchen das Internet zu kontrollieren, Teile zu sperren oder zu verbieten. Sie wissen alle, dass diese neue Waffe die Welt verändern kann. Sie haben Angst davor. Dass wir diese neue Waffe brauchen wie nie zuvor, zeigen die Ereignisse der letzten Zeit. In den Netzwerken wurde noch nie so viel Kommentiert und diskutiert wie 2012 und danach.
Neulich sagte ich einem Freund, dass das Internet eines Tages die Welt verändern wird. Er war skeptisch, wünschte aber, dass ich recht behalte. Dann bestätigte sich meine Annahme im Frühjahr 2012 immer mehr. Ja, es war soweit. Im Jahr 2012 hat der Kampf begonnen. All die Jahrhunderte waren wir Opfer der Macht. Nur Ihre Meinung wurde akzeptiert und verbreitet. Andere Meinungen konnte man schnell, und mit aller Gewalt, aus der Welt schaffen. Diese Zeiten sind nun vorbei.
Man kann voneinander und miteinander lernen. In der Politik wird man schneller mit der Meinung des Volkes konfrontiert. Das Lernen voneinander und miteinander hat begonnen.
Früher demonstrierte man auf der Straße, wenn man den „Obrigen“ die Meinung des Volkes mitteilen wollte. Das hat oft nicht viel gebracht. Die Medien steuerten das Ganze mit ihrer Macht. Sie nannten die demonstrierende Bevölkerung Atomkraftgegner, Demonstranten, Studenten, Autofahrer, Mieter. Sie nannten sie so, um sie von der übrigen Bevölkerung abzugrenzen. Teile und herrsche!
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Nun haben wir eine stärkere Waffe.
Die Mächtigen drohen mit Bomben, und das kleine Volk reicht Blumen über die Grenze.
Wir haben es gerade erlebt, mit der einfachen Bevölkerung Israels und Iran. Die kleinen Leute wollen, auf beiden Seiten, keinen Krieg. Das haben sie sich gemeinsam im Internet mitgeteilt. Da sind doch die ganzen schönen Kriegsvorstellungen der Mächtigen dahin.
Die Welt wird von verschiedenen Mächten regiert.
Dies sind religiöse Mächte und kapitalistische Mächte. Beiden kann die weltweite Information der Bevölkerung nicht gefallen.
Da muss man etwas dagegen tun. Teile und herrsche.
Einige Leute versuchen uns zu beeinflussen mit Datenschutzgefahren. Sie warnen uns vor Facebook und anderen Netzwerken. Soziale Netzwerke sind ein Segen für die Welt. Sie mindern die Macht der Medien. Sie mindern die Macht der Finanzwelt. Sie mindern die Macht der Politik. Menschen die besser informiert sind, über aktuelle Themen als der Durchschnittsmensch, klären im Internet andere über die genauen aktuellen Sachlagen auf. Was die Medien manchmal verschweigen, kommt eher ans Tageslicht.
Dieser Kampf muss aber auch beginnen. Denn die Ausbeuter sind längst zurück; wie Informationen der letzten Zeit zeigen. Arbeitgeber die die Facebook Zugangsdaten von Arbeitssuchenden und Angestellten wollen. Arbeitgeber die den Freundeskreis kontrollieren wollen. Arbeitgeber die Hochzeiten und Partnerschaften verhindern und kontrollieren wollen. Arbeitgeber die bestimmen wollen wo man einkauft und wann man abends schlafen geht. Die Leibeigenschaft ist nicht mehr weit entfernt. Es gibt keine Grenzen in dieser Richtung nach unten. Und sie sind längst zurück; die „Grenzenlosen
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Herrscher“.
Viele Herrscher der Vergangenheit versuchten die Welt militärisch zu erobern. Nun versucht man es mit Geld und Macht.
Wer sind die Ausbeuter? Denken Sie an die STASI. Es kann jeder sein. Es kann ihr Nachbar sein. Es kann der eigene Schwager sein. Es kann der eigene Bruder sein. Es kann jeder sein. Es sind nicht nur die Großen. Um einen guten Job zu bekommen und auch zu behalten, sind viele Menschen bereit, ihre Seele zu verkaufen. Und sie sind auch in der Politik so.
Dank Internet, und dem hieraus folgenden gemeinsamen Lernprozess, erkennen wir sie heute eher. Wir müssen diesen Leuten mitteilen, wie tief sie gesunken sind. Denn sie haben es oftmals, im Laufe des langsamen geschichtlichen Wandels der Zeit, nicht selbst erkannt.
Es gibt nur ein Mittel, um diesem weltweiten Weg in die absolute Abhängigkeit der Gierigen zu begegnen. Es ist die Macht des Internet. Und diesem Medium können sie sich nur schwer entziehen. Sie müssen zwangsläufig mitmachen. Und da liegt unsere Hoffnung. Sagen wir den politischen Parteien, was wir von ihnen halten und, dass wir uns von Wahllügen nicht mehr beeinflussen lassen! Schreiben wir im Internet alles, was wir an Ungerechtigkeit erlebt haben. Kein Arbeitgeber darf uns das Internet, und den Besitz eines Computers, verbieten. Sie wollen es tun, sie werden es tun und sie tun es vielerorts schon jetzt.
Die Welt wird mit Geld beherrscht, nicht mit Waffen. Und dieses Geld kann nie genug sein. Topmanager wollen immer mehr haben, und sie begründen das mit ihrer Genialität. Was ist aber mit dem Arzt, der ihnen im OP hilft und vielleicht ihr Leben rettet. Ist solch ein Mann etwa nicht genial. Was ist mit den Erfindern, Forschern, Wissenschaftlern? Sind die etwa nicht genial?
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 Diese Raffsucht muss aufhören.
 Kriege müssen aufhören.
 Raffgier muss aufhören.
 Wegschauen muss aufhören.
 Teile und herrsche muss aufhören.
Lasst uns das Internet nutzen um gemeinsam zu lernen und gemeinsam stark zu werden. Sagen wir unsere Meinung gezielt und gewählt.
Wahllos dahingesagte Kommentare stören nur diesen Fortschritt und diese Chance. Darum ist Shitstorm falsch. Es nützt niemand, wenn man schwachsinnige Beschimpfungen im Internet loslässt. Im Gegenteil. Wir erreichen nur das Gegenteil.
Nun fragen sich die Politiker, wie sie sich vor dem Shitstorm retten können.
Wie wäre es denn einfach mal mit der Wahrheit.
Aber, wo soll man da anfangen?
Hoch lebe der künstlich erzeugte Shitstorm!
Das ist aber noch nicht das Ende des Shitstom. Auch die Medien können einen Shitstorm künstlich hervorrufen. Letztlich ausgelöst gegen den Ex-Bundespräsident Wulff.
Ob er nun ein böser Bube war oder nicht; vieles war weit übertrieben und künstlich aufgehetzt.
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Und es hat funktioniert. Es wird auch weiter funktionieren, wenn wir Shitstorm nicht beenden und mit klaren Kommentaren antworten. Hier gilt die Weisheit: Besser einmal einen Kommentar nicht schreiben.
Wir dürfen uns halt nicht immer von den Medien steuern lassen, wenn sie es versuchen. Es ist ja nicht überall so. Gott sei Dank.
Das Internet kann die Welt verändern, wenn wir es richtig nutzen und lernen damit – und mit uns selbst – umzugehen. Die Chance ist da, nutzen wir sie!
Anonymität im Internet.
2012
Anonyme Flugblätter mit Unterschrift???
Das Thema ist aber noch nicht beendet. Es gibt ja immer noch den Kampf gegen das Internet. Fast wären diese Meldungen an mir vorüber gegangen, weil man sie für nicht so wichtig hält. Doch, es ist eine der Wichtigsten Meldungen des Frühjahrs 2012.
Anonymität im Internet soll verboten werden.
Vorweg aber ein kleiner geschichtlicher Rückblick zu den Geschwistern Scholl. In der jüngsten Geschichte der Menschheit wurden Flugblätter verteilt, um gegen Diktatoren und deren Regime zu protestieren. Diese Flugblätter wären garantiert nicht verteilt worden, wenn man die Namen der Verteiler hätte darunter setzen müssen. Na ja, man kann jetzt schlecht das Internet mit anonymen
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Flugblättern vergleichen.
Aber:
Bald ist es so weit: In China müssen Nutzer von Sozialen Netzwerken ihre Accounts mit realem Namen betreiben, sonst werden sie zensiert. Die chinesische Führung meint, man müsse üble Nachrede unterbinden, Pornografie bekämpfen und Wirtschaftsverbrechen verhindern.
Ja, sogar die großen US-Zeitungen wollen künftig verhindern, dass sich Leser hinter fiktiven User-Namen verstecken und entsprechende Kommentare schreiben.
Klar, sie sehen ihre Macht gefährdet. Im Internet könnte ja die Wahrheit geschrieben werden, die Sie selbst dann nicht mehr so gut steuern können.
Auch bei uns will man die Anonymität im Internet bekämpfen.
Es ist sicher ärgerlich, wenn anonym Leute beleidigt und gemobbt werden, oder wenn sich bezahlte „Trolle“ dahinter verbergen. Aber die Anonymität im Internet zu erhalten ist wichtig. In Zeiten von Ausbeutung durch Arbeitgeber, und Maßnahmen die tief in das Privatleben der Angestellten eingreifen, ist Anonymität im Internet eine Waffe, die wir nie verlieren dürfen. Alles hat zwei Seiten. Wir können auch nicht das Internet abschaffen, weil es dort viele Betrüger gibt.
Viele Angestellte würden sicherheitshalber gar keinen Kommentar mehr abgeben wenn sie ihren realen Namen bekannt geben müssten, weil ihnen das im Beruf schaden würde. Anonym kann man wieder Flugblätter verteilen. Und in unserer Zeit der Ausbeutung, haben viele Leute allen Grund dazu.
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Nur nebenbei bemerkt: Ich hasse Trolle. 
Es gibt sogar schon Gerichtsurteile für den Erhalt der Anonymität.
Es ist ein großer Vorteil des Internets, dass man in aller Deutlichkeit seine Meinung sagen kann ohne Fürchten zu müssen seine Arbeitsstelle zu verlieren.
Es gibt natürlich Grenzen die man nicht überschreiten darf - aber es gibt auch die Redefreiheit und die Freiheit des geschriebenen Wortes.
Wir leben wieder in einer Zeit der Abhängigkeit. Wenn der Chef ein CDU-Mann ist, und man sich im Internet kritisch zur Politik oder einzelnen Themen äußert, kann man demnächst seinen Hut nehmen. Darum ist Anonymität wichtig. Sie war immer wichtig und wird immer wichtig bleiben.
Anonyme User, die nur dumme Kommentare schreiben und Leute belästigen, sollten natürlich entsprechend bekämpft und gemieden werden. Für solche Vollpfosten haben wir in unserer Zeit, mit unseren Kämpfen, keinen Platz.
Wenn die Anonymität aufgehoben wird, ist das ein Rückschlag und eine verlorene Schlacht, die die Gerechten zum Rückzug und zur neuen Formation zwingt. Der Kampf geht weiter.
Shitstorm schadet uns also mehr als es nutzt. Intelligente Kommentare hingegen können viel bewirken.
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Konsequenzen eines technisierten und gläsernen Massenmedienzeitalters.
Unsere Welt ist klein geworden. Im Zeitalter der Computer- und Medientechnik haben viele Geheimnisse keine Chance mehr. Die Presseinformation ist ein mächtiges Mittel um Einfluss in unser neues Zeitalter zu nehmen. Sie sind ein Teil der neuen gläsernen Zeit. Auch an Überwachungskameras und dahin schmelzender Datenschutz müssen wir uns gewöhnen. Der Mensch wird zur Nummer.
Vergleichen wir unsere Zeit mit der Geschichte der Menschheit, erkennen wir die schrecklichen Lügen der damaligen Mächtigen, um Menschen zu unterdrücken, zu missbrauchen, zu foltern und zu ermorden.
Heute findet die Wahrheit eher ihren Weg ans Tageslicht als damals. Was wäre, wenn es heute diese Techniken nicht gäbe? Wir würden genauso belogen, betrogen und missbraucht wie im Mittelalter.
Natürlich werden wir heute noch von vorne bis hinten belogen. Z.B. bei Talkshows oder Scripted Reality. Aber wir wissen wenigstens, dass wir belogen werden. Jedenfalls wissen es die Leute, die sich diese Sendungen nicht anschauen. ;-)
Wir wissen heute was in der Welt passiert. Die Welt kann sich ändern. Wir stehen am Anfang dieser Veränderung. Ohne dass wir es merkten, ist der Mensch, im Gegensatz zu früher, gläsern geworden. Obwohl die Macht der Medien von den Machthabern schon sehr früh erkannt und missbraucht wurde, scheint die Wahrheit doch immer wieder ihren Weg zu finden. Normalerweise richten sich die Medien nach uns.
Wenn wir Gewalt wollen, wird uns Gewalt geliefert. Wenn wir Tratsch und Klatsch wollen, wird uns Tratsch und Klatsch geliefert. Wir formen diese Medienwelt. Doch müssen wir akzeptieren, dass
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dort nicht immer die Wahrheit gesendet wird. Geld, Macht und Einschaltquoten spielen eine wichtige Rolle. Die Medienwelt ist mächtiger und wichtiger als uns vielleicht bewusst ist.
Gerade in den Jahren ab 2012 haben wir erlebt, wie verlogen und schamlos Propaganda gemacht wird, und wie man eine „ausgewählte Sau“ durchs Dorf jagt. Nein, nicht jeder hat es bemerkt. Viele ließen sich täuschen und haben mitgemacht. Aber eben nicht jeder.
Die Macht der Presse.
Aktualisiert: Juni 2013
Sie sind die Quelle der Information und entscheiden, was ans Tageslicht kommt, oder was im Verborgenen bleibt. Sie beobachten, interviewen, recherchieren und bewerten. Sie Informieren die Leser so wie es Ihnen gefällt und wie sie es für richtig halten; sie bestimmen die Tagesordnung. Die Freiheit der Presse ist wichtig für die Freiheit des Volkes. Aber die Freiheit der Presse bildet auch eine große Macht im Staat. Man braucht ein Gleichgewicht der Mächte.
Wenn die Freiheit der Presse von anderen Mächten kontrolliert und unterdrückt wird, entsteht ein Netz aus Vorurteilen, Lügen und Manipulation. Darum ist die Freiheit der Presse so wichtig. Diese Freiheit bedeutet aber auch Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Die Medien können uns kontrollieren, manipulieren und formen, wie es ihnen gefällt. Diese Macht haben sie.
Doch es gibt noch eine „Neuzeitliche Veränderung“ die auch diese Macht zu kontrollieren beginnt. Das sind das Internet und die Netzwerke, die so sehr kritisiert werden. Man warnt vor Datenmissbrauch und Missbrauch allgemein. Natürlich warnt man uns; weil man bemerkt, dass sich Leute miteinander unterhalten, die sich nie im Leben begegnen oder miteinander reden würden. Die
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Menschen lernen voneinander und miteinander. Das hindert natürlich die Medien daran, uns alles zu verkaufen was sie wollen. Statt neutral zu berichten, wird die Gesellschaft immer wieder und immer mehr übermäßig emotional beeinflusst. Sie können sich so schön an einem Thema festbeißen, und andere wichtige Themen vernachlässigen. Dumme Kommentare in Netzwerken zeigen den Medien dann, wie sehr sie sich doch noch zurücklehnen und beruhigt weiter machen können. Doch es hat sich etwas geändert. Es gibt dann auch noch sehr gute und weitblickende Kommentare.
Die Medien waren bisher imstande Könige zu stürzen. Sie sind imstande Verbrechen aufzudecken. Sie sind imstande Unrecht und Ungerechtigkeit aufzudecken. Ohne die Pressefreiheit, hätten wir ein Sodom und Gomorra in der ganzen Welt. Aber, auch hinter dieser Macht, sitzen auch nur Menschen. Diese Menschen spüren ihre Macht. Sie sind imstande Politik und Gesellschaft zu formen. Auch im Fernsehen ist das so. Ein geschickter Moderator kann mit einem gut gewählten Schlusswort, eine ganze Diskussionsrunde zunichte reden. Sie bestimmen auch, wer in die Fernsehdiskussion eingeladen wird und wer im Publikum sitzt; Applaus an der richtigen Stelle eingeschlossen.
Wenn es ein „Normalbürger“ mit einem Fernsehjournalist oder Moderator zu tun bekommt, sollte er sich lieber nicht darauf einlassen. Was harmlos aussehen kann, kann sich später, wenn gesendet wird, als Diskriminierung der Person herausstellen, wenn unter dem eingeblendeten Namen Mieter, Arbeitsloser, Staubsauger-Vertreter, oder Dienstverweigerer steht. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie man jemanden im Fernsehen der Lächerlichkeit preisgeben kann. Es geht von der mit Fremdwörtern gespickt komplizierte Fragestellung, bis zur Sitzposition.
Dennoch sollte man nicht so hart ins Gericht gehen mit den Medien.
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Heute wird viel über unsere Medien geschimpft. Man nennt sie manchmal „Propagandamedien“.
Wir sollten froh sein, dass es nicht immer so ist.
Wir sollten froh sein – wirklich froh – dass wir noch nicht in einem Staat leben, in dem DER Fernsehsender komplett einer Großen Macht kontrolliert wird. Nachtrag aus dem Jahr 2017: Wir sind heute nicht mehr weit davon weg. Wir sind sogar verdammt nahe dran. Vielleicht sogar schon drinnen .
Aber wenn es um Ex-Bundespräsident Wulff geht glaubt man dann doch wieder alles, was geschrieben wird. Nachtrag aus dem Jahr 2017: Und das ist bis heute, bei vielen Menschen, so geblieben.
Man sollte aber nie alles über einen Kamm scheren.
Von Werbung überflutet.
Dann geht es weiter mit Werbung. Man sagt uns, was uns zu gefallen hat. Die Flut der Werbung hat uns scheinbar gleichgültig werden lassen. Das ist aber leider nicht wirklich so. Ohne dass wir es bemerken, lassen wir uns beeinflussen. Man sagt uns, teilweise auch mit Testberichten die man auch nicht immer glauben mag, was für ein Produkt gut ist. Welches Handy muss ich als nächstes haben? Mittlerweile wissen wir sicher alle, dass Kontrolle besser ist als der blinde Glaube an Werbung oder einiger Testberichte. Nebenbei; wer gibt schon gerne zu, dass er sich ein schlechtes Produkt gekauft hat.
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Da wird in eigenen Testberichten so lange gelobt, bis das Produkt gegen die Wand fliegt.
Wie wird unser Leben von den Massenmedien beeinflusst?
Weiter geht es mit Computerspielen, Fernsehen und Videofilmen? Unsere Jugend wird bombardiert von Fantasien, die aus anormalen Gedanken "Erwachsener" entsprungen sind. Es entsteht eine Scheinwelt, die in vielen Köpfen zu real wird. Unbekümmert halten wir heute das für normal, was unsere Vorfahren noch für unmöglich hielten. Dieser Entwicklung ist kein Ende abzusehen. Unsere Enkel werden Dinge tun, die wir aus heutiger Sicht für unmöglich halten. Schuld daran ist eine Erziehung die vor Monitoren und Fernseher stattfindet, die heute noch oft als unbedenklich gehalten wird.
Computerspiele müssen immer brutaler werden, sonst kauft sie keiner mehr. Auch im Fernsehen gibt es Horror, Blut, Gemeinheiten, und lehrreiche Verbrecherschule. Dann sagt noch ein grinsender Moderator an, dass es morgen weiter geht mit Klatsch, Tratsch und Talkshows, in denen gesponnen wird bis zum Lächerlichen. Das bestätigt uns, auf welch niedrigem Niveau sich einige Sendeanstalten mittlerweile bewegen und wie gläsern die Welt werden kann. Bei den abendlichen Krimis muss es dann so richtig blutig werden. Der Zuschauer ist heutzutage an einiges gewöhnt. Darum muss sich der Filmemacher natürlich etwas einfallen lassen. Wo früher noch die Kameras weg gedreht wurden, muss heute möglichst realistisch gezeigt werden, wie brutal der Bösewicht vorging. Der Handlungsablauf kann nicht schaurig genug sein um den Zuschauer hassen zu lehren. Wenn der Zuschauer dann so richtig schön hassen gelernt hat, kann die Jagd beginnen. Aber wie kann man den Zuschauer schockieren? Wie erreicht man ihn auch in Zukunft? Filme, die uns vor 30 Jahren noch das Gruseln lehrten und nicht
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Jugendfrei waren, amüsieren heute allenfalls noch ihre Zuschauer. Nun, da es hier offenbar noch keine moralischen Grenzen gibt, kann eigentlich fast alles gezeigt werden um den Zuschauer zu erregen. Es geht ja schließlich um Einschaltquoten. Die Wirklichkeit ist grausam genug, aber die Filmemacher wollen immer noch ein Quäntchen grausamer sein. Die Grenzen der brutalen Szenen sind noch lange nicht erreicht. Aber mittlerweile greifen die Filmemacher tief in die perverse Trickkiste.
Die Steigerung dieses Spiel ohne Grenzen ist, Szenen auf immer realistischere Art zu zeigen. Diese Entwicklung geht so schnell voran, wie die Geburtenrate der Menschen. Es geht immer schneller und schneller und unsere Nachkommen werden immer schlechter und schlechter erzogen. Dass Kinder manchmal zu Mördern und Totschlägern werden, ist die Schuld der Gesellschaft, die diese Entwicklung nicht erkennt und nichts dagegen tut. Das ist ein Kreislauf der nie aufhört und sich immer gegenseitig antreibt. Niemand will damit aufhören; wir sind ja schließlich alle cool drauf. Die Hemmschwelle singt immer mehr. Wir haben weniger Respekt voreinander.
Da wundern wir uns, dass Steine von einer Autobahn fliegen, einer aus dem Fenster schießt oder jemand mit dem LKW Leute überfährt.
Um diese Situation in den Griff zu bekommen, wird der Mensch immer mehr kontrolliert. Aber ohne diese Kontrolle, und deren Folgen, werden wir in einem Sodom und Gomorrha versinken. Wir formen unsere gläserne Welt selbst. Wir werden geformt und beeinflusst von diesen Medien. Der Mensch gewöhnt sich schnell an die neue Situation. Man muss sich bewusst werden welche Macht hinter den neuen Techniken steht und welche Verantwortung man trägt, wenn man über solche Möglichkeiten verfügt. Verantwortung und Vernunft siegt leider nicht immer über Leser und Einschaltquoten. Zu wissen was Ethik bedeutet reicht nicht aus; man
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muss es auch verstehen. Dazu brauchen wir Weitsicht und Klarsicht die nicht von solchen Spielereien getrübt wird.
Wir gewöhnen uns an schlechte Nachrichten aus aller Welt und laufen Gefahr immer kälter zu reagieren. Wir leben in einer schnellen Zeit die es notwendig macht, genauso schnell zu reagieren. In Zukunft wird der Mensch noch gläserner werden. Heute halten wir das noch für ausgeschlossen. Aber, da diese Entwicklung sehr langsam weiter geht, werden wir es kaum bemerken. Die gläserne Zeit kommt. Verbrechen werden eher aufgeklärt als früher. Philosophien werden grenzüberschreitend ihren Weg zu anderen Völkern finden. Wir werden wesentlich mehr voneinander wissen als heute. Wir gehen langsam in ein kompliziertes Zeitalter in dem Fehler erst begangen werden müssen um daraus zu lernen. Doch sind wir nicht langsam alt genug um solche Fehler vorauszusehen? Man müsste eben nur mehr nachdenken über Dinge, die es früher nicht gab und für die es keine Vergleichsmöglichkeiten gibt. Wenn wir das nicht tun, verhalten wir uns wie Kinder die mit dem Feuer spielen.
Der gläserne Mensch; eine unvermeidbare Garantie, Probleme zu beseitigen? Wenn nicht Vernunft, dann Kontrolle?
Umwelt und Naturschutz
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Flutlicht für die Erde.
2011
Ende April ging ich über eine Industrieanlage uns sah tausende tote Maikäfer am Boden liegen. Sie fliegen gegen die hellen Lampen, die auch am Wochenende die leere Anlage wie ein Fußballstadion erhellen, und fallen irgendwann völlig entkräftet und sterbend zu Boden. Es waren tausende. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Maikäfer auf einem Haufen gesehen.
Wenn man so durch die nächtlichen Straßen der Städte spaziert glaubt man, dass um die Wette beleuchtet wird. Besonders unsinnig erscheint die Beleuchtung von Industrieanlagen an Ruhetagen und Wochenenden. Es ist kein Mensch auf dem Gelände, und trotzdem ist jede Ecke beleuchtet. Sogar in Büroräumen brennt immer noch irgendwo Licht oder gedimmte "Nachtbeleuchtung". Da fragt man sich, ob da wirklich jede Lampe brennen muss. Überall Licht und kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Die Beleuchtung der Schaufenster ist noch verständlich. Auch Werbebeleuchtung lässt sich kaum weg denken. Schön beleuchtete Städte können auch schön sein. Man muss sich nur fragen, ob, wann und wo solche Beleuchtungen sinnvoll sind.
Wer gerne den nächtlichen Sternenhimmel beobachten will, muss dann schon weit raus fahren, aufs Land.
Dass nachtaktive Tierarten unter der Helligkeit leiden, dürfte auch klar sein. Zugvögel, Insekten, ja viele Tierarten werden durch die Lichter in die Irre geleitet.
Auch der Mensch möchte nicht immer in, von außen beleuchteten Wohnungen, leben. Auch der Mensch braucht Dunkelheit und Ruhe, um sich zu regenerieren.
Nun kann man nicht alle Lichter abdrehen, denn Helligkeit bedeutet
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Sicherheit und ermöglicht viele gesellschaftliche Aktivitäten. Andererseits bedeutet überflüssige Beleuchtung Energieverschwendung mit negativen Effekten auf das Klima, Flora und Fauna.
Wirkt das überflüssige Licht negativ auf Insektenarten, kann das gravierende Auswirkungen auf die Natur haben; und somit auf uns Menschen. Daher müssen wir uns wirklich ernsthaft die Frage stellen, ob wirklich nachts überall Lampen brennen müssen.
In einer Zeit in der man eigentlich Energie sparen sollte, fragt man sich, wieso die Stromlieferanten nicht Alarm schlagen. Wenn der Energiebedarf immer höher wird, müssen sie ja imstande sein diesen abzudecken. Aber niemand sagt etwas, denn es ist ja gut für das Geschäft. Und notfalls baut man halt noch ein paar Atomkraftwerke mehr. Muss daher in jedem Abgelegenen Materiallager Flutlicht brennen?
Papier aus dem Regenwald
In der heutigen Zeit gibt es immer mehr tragbare Lesegeräte, mit denen man ganze Bibliotheken mit sich führen kann. Die Bücher, die man mit diesen Lesegeräten lesen kann, nennt man "eBooks". Diese eBooks sind Bücher, die als digitale Datei im Angebot sind. Trotzdem sind es richtige Bücher. Nicht der Ledereinband macht ein gutes Buch aus, sondern der Inhalt.
Aber ohne Papier scheint nichts mehr zu funktionieren. Jedes Jahr verbraucht der Bundesbürger durchschnittlich 236 kg Papier für Kaffeefilter, Zeitung, Magazin, Getränkekarton, Büropapier oder Taschentuch (Stand 2004). Mit der Entwicklung der Computertechnik wurde das „papierlose Büro” vorausgesagt. Doch
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davon sind wir weit entfernt. Der Papierverbrauch hat sich seit 1950 mehr als versiebenfacht – Tendenz steigend.
Darum sollten wir nicht den Mann mit der Motorsäge verurteilen, der verbotenerweise in Geschützen Regenwälder Bäume fällt; sondern uns selbst.
Ganze Landstriche wurden bereits für die Papierproduktion abgeholzt und nicht wieder aufgeforstet. Leidtragende sind wie immer die einheimischen Bewohner sowie die Tier- und Pflanzenwelt. Neben dem Waldverbrauch ist die Papierherstellung ein Ressourcen verbrauchender Prozess. Darüber hinaus ist die Papierindustrie der fünftgrößte industrielle Energieverbraucher weltweit. Die Papierindustrie verschmutzt vor allem auch in den Entwicklungsländern die Flüsse durch schlecht geklärtes Abwasser. Darum sollten wir einmal nachdenken ob es wirklich so unbequem ist, wenn man ein Buch an einem Lesegerät liest? Man kann auch die Fernsehzeitschrift auf den PC bestellen. Auch die News kann man auf den PC, und neuerdings auch auf das Lesegerät, abonnieren.
Aber, sind wir überhaupt bereit umzudenken? Sind wir überhaupt imstande dazu? Obwohl diese Fakten lange bekannt sind, sind wir nicht bereit dies zu akzeptieren und wahrzunehmen. Wir können aus unserem eingefahrenen Lebensverhalten nicht raus. Von Menschen die viel lesen, erwartet man eigentlich nicht, dass sie empört abwinken und verächtlich mit den Augen rollen, wenn man sie darauf anspricht. Wir beschweren uns, dass der Regenwald abgeholzt wird, ändern aber nicht unser Verhalten. Wir haben die Säge in der Hand; nicht der Mann im Wald. Sägen wir weniger Bäume ab! Helfen Sie mit!
Und das Regal im Wohnzimmer sieht auch schöner aus wenn dort "symbolisch" Bonsaibäume stehen, statt Potter und Eragon.
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Möbel aus Regenwaldholz.
Sind Sie sicher, dass Sie nichts zu tun haben mit dem Abholzen der Regenwälder? Sind Sie das wirklich? Haben Sie Holzrahmen? Aus was für Holz bestehen Ihre Schränke? Aus heimischen Wäldern? Sind Sie sicher? Ja sogar der Holzgriff des Messers in der Schublade oder im Werkzeugkasten kann aus Holz bestehen, das aus verbotenen Regionen illegal abgeholzt wurde. Und das in großem Maße. Neueste Berichte bestätigen dies.
Seit ca. einigen Jahrzehnten zerstören wir unsere Lebensgrundlage massiv für Kinkerlitzchen wie schöne Gartenmöbel oder Malerpinsel. Doch die Gegenwehr wird, Gott sei Dank, immer größer.
Vielen Menschen wird es nun nach und nach bewusst, dass die Abholzung des Regenwaldes unsere Existenz selbst betrifft, denn mit dem Sterben des Regenwaldes stirbt ein Teil der Erde. Es liegt aber an uns allen, damit zu beginnen den Regenwald zu retten, denn jeder einzelne entscheidet mit über die Zukunft unseres Planeten auf dem wir leben. Fragen Sie doch einmal im Baumarkt nach, wo das Holz herkommt das Sie kaufen wollen. Nun ja, eine ehrliche sachkundige Auskunft werden Sie wohl kaum erhalten.
Bodenschätze aus dem Regenwald.
Auf der Suche nach Bodenschätzen, kommen immer mehr Menschen in den Regenwald, um skrupellos ihrem Drang nach Reichtum nachzugehen. Diese Goldsucher zerstören ohne Rücksicht mit den schlimmsten Mitteln die Natur.
Glauben Sie mir das einfach wenn ich sage, dass alle Argumente
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oder Ausreden nicht rechtfertigen, welcher Raubbau hier betrieben wird. Es gibt andere Möglichkeiten. Es gibt alternativ andere Hölzer, die man verwenden kann.
Hier zerstören einige Geldgeile Machthaber unseren Planet, und die Lebensgrundlage unserer Nachwelt, weil sie den Hals nicht voll genug bekommen. Aber die sind es nicht alleine. Wir sind es selbst. Denn wir sind die Verbraucher. Und letztendlich richten sich die Mächtigen - wegen ihres durchaus verständlichen Konkurrenzdenken - nach uns. Wir haben die Säge in der Hand, wenn wir im Baumarkt erscheinen.
Wir sind die Schuldigen.
Da war doch noch was!
Die Kohle muss weg???
2005 / 2012 bearbeitet.
So viele Leute heulen jetzt dem saarländischen (und schon bald, deutschen) Bergbau nach. Wenn ich nur jedem glauben könnte.
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Hauptsache billig, egal wo es herkommt oder wer es gemacht hat und wie es gemacht wird.
Nach diesem Motto lebt scheinbar unsere Welt.
Teilweise kommen Waren aus Ländern, in denen unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen.
So ist es beim Verbraucher und so ist es in der Politik. Wir kaufen in Billigläden, und die Politik kauft die Kohle in Billigländern.
Da fragt man sich wo die Grenzen sind. Würden wir auch Waren von Ländern kaufen, in denen es noch Sklaverei gibt? ..... Ja.
Wir haben Jahrzehnte gebraucht, um unsere Techniken in den Bergwerken zu verbessern.
Wir haben Jahrzehnte gebraucht, um unsere Sicherheit zu verbessern und auf einen Stand zu bringen, der sich in der ganzen Welt sehen lassen kann.
Wir haben mehr als Jahrzehnte gebraucht, um mit gewerkschaftlicher Arbeit soziale Gerechtigkeit zu schaffen.
Doch was sagte man, besonders von Seiten der FDP?
Sie nannten es „Dinosauriertechnik“ und „Dinosaurierpolitik“.
Jetzt kaufen sie die Kohle im Ausland. Ich muss nicht beschreiben, wie man in einigen Ländern Kohle fördert. Zum Beispiel in Indien und in China.
Unser vorbildliches Gesamtkonzept muss sterben, damit anderswo Kinderarbeit und rücksichtslose Menschenschinderei gefördert wird. Ich finde das nicht richtig und es macht mich traurig.
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Es macht mich auch traurig, dass man unser vorbildliches Gesamtkonzept mit Dinosauriertechnik beleidigte.
Wenn sich einige Politiker auf ein Thema eingeschossen haben, ist es unmöglich ihnen zu widersprechen. Ihre Meinung hat sich in ihren Köpfen festgefressen, und dort liegt auch eine umfangreiche Auswahl von Diskussionswidersprüchen bereit. Fragte man einen FDP-Politiker nach wichtigen Themen wie Irak, Terrorismus, Harz IV, Arbeitslosigkeit und Inflation, antwortete er meist: "Erst mal muss die Kohle weg. Die stammt noch aus einem unmodernen Dino-Zeitalter"
Sie sehen den Abbau der heimischen Steinkohle als zu teuer und wenig umweltfreundlich an. Lautstark wird diese Auffassung durch Bürger unterstützt, die eine großflächige Absenkung des Bodens sowie Bergschäden und Überschwemmungen befürchten. Zudem seien auf unabsehbare Zeit Pumpen zur Regulierung des Grundwasserspiegels zu betreiben - verbunden mit stetem Energiekonsum. Auf der anderen Seite führen einige Experten an, dass die Sozial- und Umweltstandards des deutschen Bergbaus weltweit beispielhaft sind und Maßstäbe für hohe Arbeitssicherheit setzen. Der Verzicht auf heimische Kohle entlastet das Klima nicht, er belastet es sogar noch, da im gleichen Umfang Importkohle herbei transportiert wird.
Der Strom kommt bei uns aus der Steckdose; das stimmt. Aber wer macht ihn da rein?
Atomkraft? Wer heute noch für Atomkraft ist, der hat in der Politik nichts verloren. Der Grund? Uneingeschränkte Ignoranz.
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Welchen Anzug würden Sie anziehen, wenn Sie vor der Wahl stehen würden?
 Einen dreckigen, mit Kohlestaub beschmutzten, Anzug eines Bergmannes?
 Oder einen Anzug eines Arbeiters eines Atomkraftwerks, der leicht radioaktiv verseucht ist?
Andere Alternativen? Die reichen noch lange nicht aus, oder sind nicht immer vorhanden. (Öl) Oder sie werden eisern in geheimen Schubladen festgehalten. Oder sie schaden den Regenwäldern; wie die Palmöl-Kraftwerke. Kohlekraftwerke werden schlecht geredet, obwohl sich die Filtertechnik der Rauchgasabsaugung enorm verbessert hat. Auch hier stecken jahrzehntelange Forschungsergebnisse.
Wir können auf die Kohle als Energieträger nicht verzichten. Der Energiebedarf wird weltweit in den nächsten Jahren drastisch ansteigen. Importkohle wird sehr teuer und nicht immer vorhanden sein.
Man könnte meinen, dass einige Politiker systematisch alles kaputtmachen wollen, was unsere Väter aufgebaut haben. Und das nur, weil es heraus geplappert wird, ohne zu überlegen. Andere haben es ja auch gesagt, und haben damit Schlagzeilen gemacht. Also, nichts wie rauf auf den Zug, und mitgefahren, solange das Thema noch aktuell ist. Was aber macht die FDP, wenn alle deutschen Bergwerke dicht sind, und sie die teuren Importkohle kaufen müssen? Bergwerke, die einmal geschlossen wurden, kann man nicht mehr so öffnen, wie eine alte stillgelegte Firma.
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Aber dann stellen sie sich in die Reihen derer, die der deutschen Kohle wehmütig nachweinen, als wären Sie die unschuldigsten Lämmchen der Welt.
Außenpolitik
Weitere Texte folgen.
Rüdiger Janson
www-janson-ruediger.de
Autor von „Eden 2610“