Glaube 

Startseite


Was ist Glaube?

Wenn man mich fragt welcher religiösen Gemeinschaft ich angehöre sage ich: Keiner. Ich bin als Christ getauft aber mit dem Verstand gehöre ich keiner Religion an. Ich würde mich eher als Agnostiker bezeichnen. Obwohl das auch nicht ganz zutrifft. Meine Hoffnung, dass es ein hohes Göttliches Etwas gibt, weicht etwas von dem Agnostizismus ab. 

Glaube heißt, sich etwas einzureden. Glaube bedeutet nicht zu Forschen, zu Suchen oder Rätzelraten über das was möglich ist und was nicht. Glaube bedeutet auch nicht, offen zu sein für alles. 

Es gibt Dinge, die Menschen niemals verstehen können. Das akzeptieren aber die Menschen nicht. Sie glauben immer auf alles eine Antwort haben zu müssen. Sie müssten ja zugeben, dass sie einmal auf eine Frage nicht antworten könnten. Also bilden sie sich eine Meinung, schauen wo diese Meinung am ehesten hinein passt und werden dann Mitglied einer Religion oder Partei. Dann versuchen sie ihre Meinung mit allen möglichen Fakten der Gemeinschaft anzupassen und zu beweisen. 

Manchmal geraten auch Menschen in einen Glaubensstrudel, der sie in etwas hinein zieht aus dem sie kaum noch entkommen können. Da ist oft von "Aufgestiegene Meister" die Rede. Da ist die Rede von Channeling. Channeling soll eine moderne Form medialer Kontaktaufnahme mit jenseitigen Wesen sein. Da wird vom Jenseits, Engeln und Gott gesprochen, als hätten diese Leute Zuhause ein rotes Telefon auf dem Schreibtisch stehen, mit dem sie jederzeit Kontakt aufnehmen können. Wenn es so etwas wie Channeling gibt, ist es sicher so, dass auf der anderen Seite niemand ist der sagt: "Hallo, hier ist Erzengel Michael". Musiker, Maler, Dichter und Schriftsteller müssen sich sehr stark konzentrieren, um kreativ arbeiten zu können. Je mehr man diese Konzentration übt, um so besser kann man seine Seele erforschen. Man kann sein tiefstes Inneres Erforschen und zu Papier bringen. Man gerät in einen Schreibrausch der die Finger über die Tasten fliegen lässt. Aber wer dann behauptet er hätte einen Engel an der Strippe, der erhebt sich über alle Buddhistischen Mönche und über alle, die mit Liebe im Herzen Meditieren. Wenn wir, in diesem Zustand, beeinflusst werden; dann unbewusst. Da wird aber, mit diesem Channeling, eine Macht ausgeübt, die tief in unsere Gesellschaft eingreift. Und das ist weltweit verzweigt. Als Grundlage nimmt man manchmal Lehren und Weisheiten kluger und weiser Menschen, die mit ihren Weisheiten die Menschheit bereichert haben. Was man aber daraus macht ist eine weltweite Machtverzweigung, die durch das Internet immer mehr Opfer findet. 

Am schlimmsten sind die Leute, die sich als Meister bezeichnen und Schüler anwerben wollen. Am tragischen ist, wenn suchende harmlose Menschen diesen vermeidlichen Meistern zum Opfer fallen und auf ihr "Licht und Liebe" Gefasel hereinfallen. Mit Sicherheit gibt es viele Leute die es ehrlich meinen. Man sollte aber sehr vorsichtig sein, wenn man sich in diesen Kreisen bewegt.

Mt 7,15 Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. 

Mt 7,16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

Man braucht keine esoterischen Bücher zu lesen oder eine Fernweihe von "Großen Integrierten Aufsteigenden Meistern". Gute Taten, Liebe und Lächeln, bereichern dein Leben. Mit jeder guten Geste, mit jedem Lächeln, wird deine Seele um ein Lächeln reicher. Und bald wirst du nur noch lächeln. 

Zuviel fanatische Parteilichkeit, lässt oft der eigenen inneren Weisheit keinen Raum mehr.

Glaube heißt alles fanatisch zu glauben was geschrieben steht. Dabei darf man nicht Nachdenken; man muss sein Gehirn nur richtig programmieren. Wir sind aber keine Maschinen; wir sind Menschen. Und Menschen wollen Antworten; deutliche Antworten. Alles andere ist nur Spekulation. Darum ist Glaube so etwas wie Selbstlüge. Hoffnung zu haben, den richtigen Weg mit Weisheit finden zu können, ist der bessere Weg. Man kann hoffen dass es Gott gibt. Aber Glauben kann ich es erst dann, wenn ich klare Beweise habe.

Ich finde, ein fester Glauber ist etwas furchtbar tragisches. Menschen haben sich geopfert, wurden gefoltert und haben schreckliches Leid ertragen, weil sie gläubig waren. Aber keiner hat es ihnen gedankt. Menschen wurden zu Massenmördern weil sie gläubig waren. Aber auch hier kam kein Zeichen; weder ein Negatives, noch ein Positives. Wäre es so schlimm, wenn man Zeichen erhalten würde? Aber da ist kein Zeichen. 

Oder doch? Erkennen wir die Zeichen bloß nicht? Das ist meine Hoffnung. Ich bete auch: Ich hoffe. Meine Hoffnung dass es Gott gibt ist ehrlicher und stärker, als so mancher Glaube. 

In einem Forum schrieben Engelgläubige, mann müsse einen Schutzengel nur bitten, und er würde helfen. Ich antwortete, dass man sich die Hilfe erst verdienen muss. Nun, das war schon zu viel gesagt. Ist es wirklich so einfach? Positiv Denken, das Schöne und das Gute im Leben zu erkennen ist wichtig. Ich glaube auch, dass sich diese Einstellung positiv auf unser Leben auswirken kann. Aber wenn es Engel gibt, sind sie bestimmt nicht abrufbar, wie ein Geist aus der Flasche. 

Ein Freund sagte einmal.

Gott ist die Einheit der Menge aller Seelen des Universums, im Zustand der Erleuchtung.
(Martin Kiechle ... Jenseits von allem)

Ich sage: Hoffnung darf nicht zum Fanatismus werden. Fanatischer Götterwahn darf nicht mit Glaube verwechselt werden. Glaube heißt nicht Wissen. Glaube heißt, Hoffnung. Glaube darf nicht heißen, sich etwas einzureden. Die Religiöse Interpretation von Glaube hat einen Zwang daraus gemacht; einen Fanatismus. Vielleicht eine Fehlinterpretation in den Übersetzungen der Schriften. Wie es wirklich gemeint war, hat noch keiner verstanden. Ein weiser Mensch wird niemals fest an etwas glauben können, was aus alten Büchern überliefert wurde. Wenn Gott wollte dass wir nur "Glauben" statt weise zu werden, hätte er den neuen Turm zu Babel wieder zum Einsturz gebracht. 

..........

Vor langer Zeit kam einmal ein sehr Weiser Mann in ein Dorf. Die Leute kannten ihn nur vom Hörensagen. Als er das Dorf betrat fragten ihn die Leute ob er an Gott glaubt. Doch der Mann antwortete nicht. Da fragten die Leute warum er nicht antwortet und schweigend weiter ging. Da sagte der Mann: 
"Glaubt Ihr an meine Weisheit?"
"Ja, antworteten die Bürger. Natürlich glauben wir an deine Weisheit."
"Aber ich habe euch doch noch keine einzige Frage beantwortet", antwortete der weise Mann. "Wieso glaubt Ihr dann an meine Weisheit? Ihr habt es von Leuten gehört die behaupten, meine Predigten alle zu kennen. Es sind Leute die behaupten mich zu kennen. Es werden die wundersamsten Geschichten, völlig übertrieben, weiter erzählt. Manche behaupten sogar meine Schüler gewesen zu sein. Ihr wisst aber in Wahrheit nichts von mir. Und dennoch glaubt ihr an meine besonderen Fähigkeiten."

Dann predigte der Mann Worte von Weisheit, Liebe und Verständnis. Sie hörten ihm begeistert zu und notierten alles was er sagte. 
Am nächsten Tag sagte der Mann, dass er einen Schüler sucht. Es müsse aber ein Schüler sein der fest an ihn und seine Fähigkeiten glaubt. Es meldeten sich viele. Strahlend und voller Zuversicht standen sie erwartungsvoll vor dem weisen Mann. Der Mann fragte nach den Weisheiten, die er ihnen gepredigt hatte. Sie nahmen ihre Zettel hervor und lasen alles vor. Nur ein Zweifler stand hinter den Bewerbern und beobachtete das Szenarium. Er hatte auch mitgeschrieben, gab aber zu, dass er nur eine Weisheit verstanden hatte. Die anderen Bewerber lachten ihn aus. Ihn nahm er zum Schüler. 
Der weise Mann sagte, dass ihn die anderen Bewerber nie verstehen würden. Dann fragte der weise Mann die Bürger:
"Glaubt Ihr an Gott?".

...........

Es gibt Heilige, die noch nie von Gott gehört haben, und es gibt Scheißkerle, die die Bibel auswendig können.
Henri-Frederic Blanc


Es gibt keine Heiligsprechungen.

Der Mensch hat zwar vom Baum der Erkenntnis gegessen, die Frucht aber noch lange nicht verdaut.

Wir leben am Anfang einer neuen Zeit. Durch die Medien wie Fernsehen, Radio und Internet werden Meinungen schnell verbreitet und ausgetauscht. Die Menschheit lernt schneller als je zuvor. Trotzdem geht es noch zu langsam und man wünscht sich, dass es etwas schneller ginge. Man wünscht sich auch, dass mehr Menschen die Wahrheit begreifen könnten.

Wozu brauchen wir heute noch religiöse Gemeinschaften. Wir brauchen sie gar nicht mehr. Wichtig sind allenfalls nur die kleinen Prediger in den Gemeinden.

Die einzig wahre Religion ist die Religion des Einzelnen.

Der Mensch sollte lernen seine religiösen Bücher zu beherrschen. Er sollte aber endlich aufhören sich von ihnen beherrschen zu lassen.

Religionen wurden immer ausgenutzt und gebraucht um Völker, Menschen und ganze Königreiche zu beherrschen. Die Römische Weltherrschaft wurde gegen die Weltherrschaft der Kirche ausgetauscht. Und diese neue religiöse Herrschaft hat über viele Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende, gehalten. Man hat die Welt verdummt und verblödet um sie zu beherrschen. Die Angst vor einer EXKOMMUNIZIERUNG ließ Könige zu willenlosen Sklaven werden, und mit ihnen ganze Völker. Die Kirchenmacht entschied auf Erden wer heilig gesprochen wurde oder wer in die Hölle musste.

Diese Volksverdummung muss aufhören. Besonders in anderen Religionen, wo man glaubt durch Massenmord einen Platz an der Seite Gottes zu bekommen.

Kein Mensch – aber wirklich gar kein Mensch – kann, und konnte je, bestimmen wer ins Paradies (Himmel, Nirvana) kommt oder wer in die Hölle muss. Wer glaubt, dass ein religiöser Führer einen Mensch heilig sprechen kann, der kann auch an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und das Christkind glauben. Am Himmelstor steht niemand der Ausweise oder Religionsgemeinschaften kontrolliert.

Es ist völlig unwichtig als was wir geboren wurden. Ob Jude, Christ, Muslime oder was auch immer. Es ist völlig unwichtig welchen religiösen Zwängen wir uns beugen müssen. Ob getauft oder nicht. Ob mit oder ohne "Letzte Ölung". Ob mit oder ohne Pfarrer am Grab. Alles ist nur religiöse Erfindung um uns zu beherrschen. Die „Heiligen Bücher“ werden dazu seit Jahrhunderten missbraucht und ihre Zitate fehlinterpretiert. Es ist vollkommen unwichtig welchen Namen wir unserem Gott geben.

Ein Indianisches Sprichwort sagt:
Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat.
Glaube nichts, weil alle es glauben. 
Glaube nichts, weil es geschrieben steht. 
Glaube nichts, weil es als heilig gilt. 
Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. 
Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast. 
Geh aufrecht wie die Bäume. 
Lebe Dein Leben so stark wie die Berge. 
Sei sanft wie der Frühlingswind. 
Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der Große Geist wird immer mit Dir sein.

Wichtig ist nur eines: Die Herzlichkeit die wir in uns fühlen und weiter geben können.  

Der Weg zum ewigen Frieden führt nur über die Weisheit. Wer aber im Garten der Weisheit wandeln will, muss einen riesen Container bestellen und viel Müll beseitigen.


Der Seelensee

Der Traum vom Himmel, dem Paradies, dem Nirwana ist so alt wie die Menschheit selbst. Aber einige Menschen sehen das heutzutage etwas anders.

„Da gibt es nach dem Tod nichts“, sagte einmal jemand zu mir. 
„Du bist nicht mehr, aus Schluss fertig, was soll da noch sein? Seele? Was soll das sein?“ 

Das sind Menschen die völlig realistisch denken und kein Platz lassen für das Außergewöhnliche. Wenn die Menschen den Glauben an dieses Außergewöhnliche gänzlich verlieren, wäre das sicher schlimmer als aller Fanatismus. 

Aber was erwartet uns wirklich? Was ist der Sinn des Lebens? Ich möchte es einmal anhand eines Beispiel erklären. 

Für mich ist es wie ein See, in dem das Wasser aus vielen Seelentropfen besteht. Jeder Tropfen der dazukommt versucht sich mit dem großen Wasser zu verbinden. Was aber, wenn der Tropfen kontaminiert ist? Die Seele, die als Tropfen in diesen See fällt, wird die einzige gemeinsame Wahrheit und Vernunft spüren. Sie wird alles spüren, was die einzelnen Seelentropfen im See erfahren haben. Ihr Leben, ihr Wirken, ihre Güte, ihre Aufopferungsbereitschaft. Alles wird der neue Seelentropfen erfahren und begreifen. Er wird begreifen, dass er noch nicht dazupasst und den Kreislauf des Tropfens wieder gehen. Er wird wieder als Seelenregen auf die Erde niederfallen und erneut geprüft werden, bis er einst selbst spürt, dass er endlich dazupasst. 

Oder nicht. 


Der Turmbau zu Babel
2007

Wir alle kennen die Geschichte aus der Bibel. Dort steht geschrieben:

1 Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die gleichen Worte.
2 Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an.
3 Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel, und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel.
4 Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.
5 Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten.
6 Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.
7 Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache des anderen versteht.
8 Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen.
9 Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die Menschen über die ganze Erde zerstreut.

Bibel, Gen 11,1-9  (Einheitsübersetzung)

Was hat das mit unserer heutigen Zeit zu tun?

Nun, der technische Fortschritt hat die Menschen wieder zueinander geführt. Sie sprechen überregionale Verkehrssprachen wie Englisch oder Spanisch.
Glaubt man der Bibel, müsste der Herr im Himmel etwas dagegen haben.

(Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.)

Was kann er tun um das zu verhindern? Nun, er muss nichts tun. Denn es gibt längst andere Hürden, die uns zur Uneinigkeit bewegen. Das Denken der Menschen ist in unserer fortschrittlichen Zeit so unterschiedlich und oft Bizarr geworden, dass eine einzige Weltsprache die Menschen nicht zum gemeinsamen Turmbau bewegen kann. Man sieht es gerade bei uns in Deutschland. Hier wird mehr diskutiert über die unterschiedlichsten Themen als anderswo. Uneinigkeit herrscht in der Politik, in Unternehmen, in Vereinen und sogar am Stammtisch. Wir denken oft zu bizarr, drei mal um die Ecke, durch das Labyrinth und wieder zurück. Der Herr im Himmel muss gar nichts tun. Er kann sich beruhigt zurücklehnen und abwarten, denn mit zunehmendem Fortschritt gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Was kann die Menschen, mit ihren unterschiedlichen Anschauungen, verbinden? Wie kann echter Dialog gelingen? Heute glaubt man, man dürfe überhaupt nicht davon ausgehen, dass es "eine Wahrheit“, „eine Vernunft" gibt.

Aber genau dadurch wird einem wirklichen Dialog das Fundament entzogen. Was Menschen im Tiefsten verbindet, ist die Sehnsucht nach Wahrheit. Erst wenn sich die Gesprächspartner miteinander auf die Suche nach der einen Wahrheit begeben, kann eine ernsthafte Beziehung entstehen. Vorbehaltloser Respekt gegenüber der Meinung des anderen lässt sich damit absolut verbinden.

Die zehn Gebote sind auf alle Menschen anwendbar. Auch der "Edle Achtfache Pfad" der Buddhisten ist für alle Menschen akzeptabel. Es sind Gebote der Vernunft und der einzigen Wahrheit. 
Wenn es keinen gemeinsamen Weg gäbe, gäbe es diese Gebote nicht.
Was mir aber nicht klar ist, ist die Frage, warum in der Bibel der Herr etwas dagegen hat, dass wir uns alle verstehen.

Eine Erklärung dazu wäre:
Ich kann mir nur vorstellen, dass die Menschen geistig noch nicht bereit waren, um fortschrittliche Technologien – oder was auch immer – zu entwickeln. Wir greifen heute schon zu den Sternen. (Zumindest stehen wir am Anfang) Aber auch heute lässt die durchschnittlich geistige Entwicklung der Menschheit zu wünschen übrig. Man stelle sich einmal vor, die Amerikaner hätten ein Raumschiff mit dem sie Alpha Centauri erreichen könnten. Dort würden sie dann einen bewohnten Planeten finden, der von intelligenten Wesen bewohnt wäre, die auf dem Entwicklungsstand der Indianer des 18. Jahrhunderts sind. Die Amerikanische Eroberungsgeschichte würde sich wiederholen. Erst wenn das ausgeschlossen werden kann. Dürfen wir unseren Turm bauen.


Vater unser
Ein Gebet, dass wir alle sehr gut kennen. Wir haben es schon in der Schule gelernt. Aber wer denkt eigentlich über die gebeteten Worte nach?

Vater unser, der Du bist im Himmel,
Aber wie stellen wir uns eigentlich den Himmel vor in dem "unser Vater" lebt? Wie regiert Gott da? Wie ist es, wenn alle Menschen gleich sind? Wie ist es, wenn es keine Konflikte gibt? Wie ist es, wenn alle Menschen gleiche Rechte haben und es keine Geheimnisse mehr gibt? Wie ist es, wenn man nicht mehr Lügen kann, weil Gott immer die Wahrheit kennt?

geheiligt werde Dein Name
Mit diesen Worten geben wir zu, dass wir an jemanden glauben der in einem Paradies lebt und rein und sauber ist. Wir beten, dass wir glauben, dass von ihm nichts schlechtes aus geht, dass er alleine alle guten Eigenschaften hat. Wir vertrauen uns Ihm an. Wer diese Worte verstanden hat, der lässt sich nicht mehr blenden von falschen Lehren.

Dein Reich komme
Wir wollen, dass Sein Reich kommt, damit wir darin leben können. Wir geben zu, dass Sein Reich viel besser ist, als das Reich in dem wir leben. Das arme Kind, das in einem der vielen armen Länder unserer Welt lebt, hat mit diesen Worten keine Probleme. Aber was ist mit dem Mensch, dem es in dieser Welt an nichts fehlt? Möchte der Mensch aus seinem Luxus raus, um im Himmel zu leben? Möchte er auf seine Macht und seinen Einfluss verzichten, um einer von vielen zu sein? Möchte er nicht viel lieber weiter über andere Menschen herrschen oder bestimmen?

Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden
Geschieht Sein Wille wirklich hier auf Erden? Sind wir wirklich gehorsame Kinder, die auf die Worte ihres Herrn hören?
"Vater, wir tun immer was Du willst", sprach der Mensch und sündigte weiter. Weil er nur Anderen hinterher rennt und nicht selber nachdenkt. Oder weil ihm alles egal ist.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Das erinnert mich an die Geschichte vom Fischer und seiner Frau. Mit der Aussage dieser bescheidenen Worte wären viele Menschen heute kaum noch zufrieden. Denn sie besagen nicht mehr als:
Herr gib, dass wir Nahrung haben,
Herr gib, dass wir Arbeit haben,
Herr gib, dass wir Wohnung haben.
Mehr ist da nicht. Kein großes Haus, kein Boot, kein teures Auto, kein Luxus.
Trotzdem beten wir immer diese bescheidenen Worte. Wenn viele von Denen die diese Worte beten wirklich nur das bekommen würden worum sie hier bitten, dann würden sich Einige von ihnen bettelarm und sehr schlecht fühlen. Andere Menschen in der weiten Welt würden sich fühlen wie im Himmel.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

"Herr, kannst Du mir mal eben meine Schuld vergeben?"
Gut, dass der Herr in diesem Augenblick nicht fragt welche Schuld. Was würden wir dann antworten? Sind wir uns unserer Schuld bewusst? 
Sind wir uns bewusst, dass wir vielleicht mal jemanden ein wenig betrügen.  
Oder mal die Arbeit eines anderen als die Eigene präsentieren. 
Oder mal eine kleine Gelegenheits-Lüge erzählen. 
Ist uns klar, dass auch Unmenschlichkeit, Kaltblütigkeit, Lieblosigkeit und Schadenfreude vergeben werden sollten. 
Aber wenn wir diese Fehler nicht selbst erkennen und in dem Augenblick des Gebets nicht daran denken; wie kann uns der Herr dann vergeben?
Wenn uns jemand begegnet der uns etwas schuldet, sind wir dann bereit auch unseren Schuldigern zu vergeben, so wie wir es beim Gebet dem Herrn versprochen haben. Oder haben wir beim Beten gelogen um vom Herrn einen Vorteil zu erlangen? Sind wir auch bereit zu vergeben wenn uns der Schuldiger sagt:
"Eh Alder, hör mal! Kannst Du mir mal eben vergeben? Ich weiß zwar nicht mehr was ich dir schuldig bin, aber ich bin ja auch großzügig und vergebe anderen auch alles. Also wenn ich Schulden bei dir haben sollte, ist das doch vergessen oder?"

Und führe uns nicht in Versuchung

Oft habe ich über diese Worte nachgedacht und war froh, dass mir vieles erspart blieb.
Ich musste nie in den Krieg und entscheiden, ob ich mein Land verteidige und auf Menschen schieße, oder ob ich das Land dem Schicksal überlasse.
Ich bin in keinem Land und keiner Zeit geboren wo ich Hunger leiden muss, sodass ich zum Stehlen verleitet würde.
Ich wurde nie bis aufs Blut gereizt, sodass meine Wut und mein Rachegefühl einem anderen hätte schaden können.
Ich werde nie Präsident sein, der Soldaten in den Krieg schickt und entscheidet, dass Kinder im Bombenhagel zerfetzt werden.
Aber es geht auch um die kleinen Versuchungen im Leben. Es geht um des Vermeiden übler Nachrede, von Rohheit, von Schwätzerei, von Stehlen. Es geht um die Bereitschaft unsere Gesetze und Regeln, die gemacht wurden um das Miteinanderleben zu ermöglichen, einzuhalten.

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Die Bereitschaft böse zu sein ist in jedem von uns. Bei dem Einen kommt sie kaum zum Vorschein, bei Andern hat das Böse freie Bahn.
"He, Alder, kommst Du mit einen trinken? Du musst nur auf mich aufpassen!
Wenn ich mehr als zehn Bier habe, fang ich jedes Mal eine üble Schlägerei an."
Würden Sie mitgehen?
Wenn die Bereitschaft nicht da ist selber gegen das Böse zu kämpfen, wieso sollte uns der Herr dann davon befreien?

Ich denke, wir sollten mehr über das Nachdenken was wir beten und sprechen. 

Ein Schachspieler überlegt lange, bevor er einen Zug macht. Wir sollten alle etwas mehr Schachspielen.


Viele Grüße
Rüdiger


Du sollst nicht töten

Ich glaube mich erinnern zu können, dass dies eines der Zehn Gebote war. Gott muss aber irgendwann diesbezüglich etwas geändert haben. Als ich heute in unseren Hausbibeln nachsah, fand ich in einer neueren Ausgabe nur noch das Gebot: Du sollst nicht morden. Das legitimiert natürlich die Todesstrafe und andere Aktivitäten die von Staatswesen getroffen werden um Menschen das Leben zu nehmen.

Wie oft geben wir an unsere Kinder Gesetze und Regeln weiter die wir aber selbst nicht immer befolgen?

Warum sollte ein Mörder die Gewissenlosigkeit und Grausamkeit seines Tuns begreifen, wenn das die großen Staatsoberhäupter nicht tun. Nun frage ich mich, wie können Menschen, an deren Hände Blut klebt, einen Weg in eine neue bessere Welt bahnen? Denn ohne diese Staatsoberhäupter dürfte es schwer werden etwas zu bewegen. Wenn des Henkers Tage gezählt sind, haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Es könnte so einfach sein die ersten Schritte zu tun. Aber dazu muss man auch den Weg sehen.