• Der vergessene Weg des Karate


    Im Karate ist es egal wie weit man gekommen ist; man wird immer wieder in die Grundschule zurück geschickt. Es gibt viele Grundschullehrer, aber viel zu wenig Hauptschullehrer. Es gibt aber auch noch Realschulen, Gymnasien und Hochschulen; im Karate aber scheinbar nur vereinzelt wenige. Und genau darum geht es hier. Wer die Wahrheit sagt, der wird auch angegriffen. Und genau das wird auch geschehen. Das ist mir klar. Trotzdem mache ich das, um Karate zu helfen. Man schadet Karate nur, wenn man zu allem "Ja und Amen" sagt. Letztendlich wird nicht jeder Karateka verstehen, worum es mir in meinen Büchern geht. Das ist eben ein sehr schwieriges Thema.


    Der vergessene Weg des Karate. 


    Karate ist in Okinawa entstanden und hat seine Wurzeln in den chinesischen Kampfkünsten. Doch leider ist Karate Opfer kultureller Anpassungen geworden. So wurde vieles verändert, weggelassen und auch vollkommen anders aufgebaut und anders angepackt. Das war aber nicht immer von Vorteil. Als Karate zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nach Japan kam, haben die neuen japanischen Sensei, Kata fast so gesammelt, wie andere Leute Briefmarken. Dass man diese Kata, und ihr Inhalt, niemals genau so begreifen konnte wie man die wenigen Kata beherrschte, die in Okinawa unterrichtet wurden, ist offenbar noch heute nicht jedem klar


    Dieses Buch ist der Auftakt zu zwei weiteren Büchern und zu einigen Fragen, die der Autor stellt und versucht zu beantworten. 


    „Wer das Neue verstehen will, muss das Alte erforschen“; so lautet eine von vielen Weisheiten von Funakoshi Gichin. Und genau darum geht es. Funakoshi Sensei hat uns vieles hinterlassen. Es ist alles vorhanden. Man muss es nur wiederfinden und auch verstehen.


    Aber um etwas zu finden, muss man auch wissen dass es existiert. Es ist alles da. Dieses Buch zeigt den vergessenen Weg des Karate. Dabei muss uns eines klar sein: Kämpfen lernen kann man auch ohne Kata. Aber ohne Kata, kann man niemals richtig Karate verstehen. Aber dazu muss man einige Dinge in ein ganz anderes Licht rücken. Dies ist das erste von drei Büchern, die der Autor Rüdiger Janson selbst veröffentlicht. Wie man die vergessenen Wege wieder finden kann, versucht der Autor in seinen Büchern zu beschreiben.

  • Zurück zu den Wurzeln des Karate-Do


    Im Karate ist es egal wie weit man gekommen ist; man wird immer wieder in die Grundschule zurück geschickt. Es gibt viele Grundschullehrer, aber viel zu wenig Hauptschullehrer. Es gibt aber auch noch Realschulen, Gymnasien und Hochschulen; im Karate aber scheinbar nur vereinzelt wenige. Und genau darum geht es hier. Wer die Wahrheit sagt, der wird auch angegriffen. Und genau das wird auch geschehen. Das ist mir klar. Trotzdem mache ich das, um Karate zu helfen. Man schadet Karate nur, wenn man zu allem "Ja und Amen" sagt. Letztendlich wird nicht jeder Karateka verstehen, worum es mir in meinen Büchern geht. Das ist eben ein sehr schwieriges Thema.


    Mit diesem Buch gehen wir gemeinsam zurück zu den Wurzeln des Shotokan-Karate. Somit aber auch zu den Wurzeln einiger anderer Stilrichtungen. Denn damals wurde ein effizientes Karate unterrichtet, das nicht irgendwelchen dominierend sportlichen Kriterien unterlegen war. Dort liegt der Weg zu einer effizienten Selbstverteidigung die jeder erlernen kann; egal wie alt man ist. 


    Letztendlich soll mit meinen beiden Büchern  ein effizientes Karate wiederentdeckt werden, das jeder Karateka in der Selbstverteidigung möglichst leicht umsetzen kann; egal wie alt man ist. Es geht auch darum, die Kampfkunstaspekte der alten Meister zu erforschen und wiederzufinden. Wir gehen zurück über verwandte Stilrichtungen, bis zu den Wurzeln des Karate. 

    Gehen Sie mit mir auf Schatzsuche! Denn die Karate-Schatzinsel kennen Sie alle. Dort liegt noch ein Karate, dass unverändert auf den Wurzeln alter Erfahrungen ruht. 

    In den späteren „Japan-Karate-Jahren“ wurde dermaßen viel geändert, dass man den ursprünglichen Sinn der Techniken in den Kata immer weniger erkennen konnte.

    Pentimenti, Pentimento, auch Pentiment, ist eine Bezeichnung für Spuren auf Malereien und kostbaren Bildern die darauf schließen lassen, dass Bilder übermalt wurden. Und wirklich; man fand sogar sehr kostbare komplett übermalte Bilder von großen bekannten Künstlern. So wurde so manche Kostbarkeit versteckt. 

    Und genau diesen Eindruck gewinnt man immer mehr, wenn man die Spuren der Kata verfolgt und erkennt. Nur, haben hier die Maler ihr Bild am wenigsten selbst übermalt. Nein, die Nachfolger übermalten im Karate vieles. Und sie übermalten das Übermalte immer wieder.

     Pentiment-Karate überdeckt das ursprüngliche Bild und den ursprünglichen Gedanken. Das wurde manchmal aus Unkenntnis gemacht; manchmal aus Übereifer, und manchmal aus Absicht. Wenn man also etwas verstecken will, muss man es nur übermalen. Oder man kann amüsiert zuschauen wie Andere es übermalen, weil sie glauben dass sie es besser können. Die Hierarchie gibt ihnen ja Recht. 

    Mit diesen beiden Bänden werden einige „Karate-Bilder“ wieder restauriert. 

  • Anfang September 1985 war das erste Training

    Ich bin am 04.12.1956 geboren. Mit Karate habe ich Anfang September 1985 begonnen. Das war im Karateclub ASAHI Friedrichsthal ev. 

    Da war ich fast 29 Jahre alt. Mein Sensei war Günter Gard. Ich danke Günter Gard für alles was ich bei ihm lernen durfte. Ich lernte auch Selbstvertrauen und "aufrecht Stehen" bei ihm. Vielen Dank Sensei Günter Gard! Du warst mir stehts ein Vorbild. 

    Prüfungen: 

    • 8. Kyu (DKU), gelber Gürtel, am 19.2.1986
    • 7. Kyu (DKU), orangeener Gürtel, am 28.5.1986
    • 6. Kyu (DKU), grüner Gürtel, am 10.12.1986
    • 5. Kyu (DKV), blauer Gürtel, am 15.7.1987
    • 4. Kyu (DKV), blauer Gürtel, am 2.12.1987
    • 3. Kyu (DKV), brauner Gürtel, am 29.4.1988
    • 2. Kyu (DKV), brauner Gürtel, am 16.12.1988
    • 1. Kyu (DKV), brauner Gürtel, am 17.7.1992
    • 1996 leider bei der Prüfung zum 1. Dan in Bremerhaven durchgefallen.
    • 1998 August bis Dezember 2000,  Training abgebrochen.
    • Januar 2001 Training wieder aufgenommen.
    • 1. Dan (DKV), Schwarzer Gürtel, am 28.11.2004
    • 2. Dan (DKV) am 15.12.2007
    • Mitte 2012 bis Dezember 2013 Vorbereitungstraining zum 3. Dan bei Sensei Michael Glaser,  Karateschule White Tiger. Er war auch ein Schüler von Sensei Günter Gard. 
    • 3. Dan (DKV) am 14.12.2013
    • Frühjahr 2014: Wechsel zur Karateschule White Tiger. 
    • 4. Dan (DBK) am 14.12.2025

    Karate zu lernen und zu verstehen, war mir immer wichtiger als Gürtelprüfungen oder irgendwelche anderen Erfolge. 

  • Kata gegen „mehrere imaginäre Gegner“?

    Kata ist KEIN Kampf gegen „mehrere imaginäre Gegner“. 

    So etwas endet immer in einer komplett erdachten Choreografie, die speziell für ganze Kata erdacht wurde, und die nach drei Wochen schon wieder völlig vergessen ist. 

    Alleine im Shotokan Karate wären das 26 unterschiedliche und vollständige Kata-Abläufe mit bis zu drei Angreifer und einem Verteidiger, die man alle im Kopf behalten müsste. Und das mit Kata wie der „Kanku Dai“. Und das auch noch zusätzlich vollständig in Ura-Form (Spiegelbildlich). Das kann kein Mensch behalten und auswendig lernen. 

    Und dann sagt man euch noch, dass ihr Karate nicht verstanden hättet.

    Kommt ihr dann in ein anderes Dojo zu einem anderen Sensei, der zeigt euch wieder eine andere Angriffs- und Verteidigungs-Choreografie. 

    Was oftmals dabei herauskommt, ist ein „Gewurschtel“  das niemals wirklich funktioniert. Und niemand kann das behalten.

    Kata ist auch kein Tanz, der nach Punkten gewertet wird. Wenn man die Kata in seinen Anwendungsmöglichkeiten verstanden hat. Dann macht man sie ohnehin entsprechend anspruchsvoll und sichtbar wirksam.

    Was aber was ist Kata wirklich? Und wie trainiert man Kata richtig?

    • Eine Kata ist eine Sammlung von Abwehr- und Kontertechniken. 

    • Sie beinhaltet fließende Übergänge.  

    • Sie beinhaltet Techniken, die unterschiedlich anwendbar sind. Und diese Vielseitigkeit muss man erforschen und entdecken.

    • Diese Techniken müssen von der Basis an, bis zur anwendbaren Funktion, stufenweise „hochtrainiert“ werden.

    • Für dieses Training braucht man Zeit, viel Zeit.

    • Die Gegner im Training sind auch nicht Imaginär, sondern echt.

    Diese Techniken werden nur mit einem Partner geübt. Wer es mit mehreren Partnern üben will sollte wissen, dass diese Leute nicht abwechselnd angreifen, sondern gemeinsam alle auf einmal. Dann wird es nämlich wieder unrealistisch. Das konnte selbst Bruce Lee nur im Film. Und das ist auch ein ganz anderes Thema. 


    Um weiter zu verstehen wie man Kata trainiert, muss man die Freiräume verstehen, die man dem Kata-Training in der Anwendung mit Gegner erkennen und geben muss. 

    Wir werfen dann die Millimetertabelle und die Schablonen weg. 

    Aus einem Gedan-Barai mit Oi-Zuki, wird eine Abwehr nach unten mit Schlag in die Fresse. PUNKT. Egal wie das aussieht. Aus Zenkutsu-Dachi wird ein möglichst stabiler Stand und stabile schnelle Bewegungen.  Aus einem Karate-Angreifer wird ein prügelnder Volldepp, der unkonventionell auf uns los geht. Aus einem Angriffs Oi-Zuki, werden Prügel, die wir stoppen wollen.

    Wir üben also NICHT den Ablauf der Kata nach Wettkampfwertung. Das bringt uns keinen Millimeter weiter. 

    Wir lernen von Anfang an NICHT die Kata, sondern wir machen KATA-TRAINING!

    • Wir müssen alle Techniken erforschen.

    • Wir sollten auch den Ursprung erforschen.

    • Wir sollten die zeitlichen Veränderungen der „Stillen Post“ erkennen.

    • Wir sollten erkennen, wenn es sich um Basisübungen handelt. Und wie in der Kata Hangetsu, im mittleren Bereich, dann die gleiche Übung die zu Anfang langsam geübt wurde, hier schnell und stark gemacht wird.

    • Wir sollten die Kampfaspekte einer Kata verstehen.

    • Wir sollten wissen, dass die Kata nicht verändert wird, im Kampf aber vieles anders aussehen darf, und aussehen soll, und aussehen muss. 

    Suchen Sie sich aus einer Kata wie der Jion oder der Kanku-Dai sechs Kombinationen heraus, die Sie erforschen, und ihre Möglichkeiten ausloten. Sie müssen sie soweit trainieren, dass sie im Straßenkampf gegen einen Gegner wirklich funktionieren.  

    Wenn Sie das schaffen, dann können Sie sich auch gegen einen zweiten Angreifer wehren, der dazu kommt. Aber das ist wieder eine weitere Stufe höher.

    Und immer daran denken: Kämpfen Sie mit beiden Händen vorne am Gegner. Im wahren Kampf, hat eine Hand NICHTS an der Hüfte verloren. Üben Sie so, als hätten Sie ein Lenkrad in der Hand! Das beschreibt es ungefähr.

    Ihr Gegner ist also NICHT imaginär. Dieser Gegner schlägt nicht; der prügelt. Und das müssen Sie stoppen. 

    Denke aber NICHT ans Gewinnen (Vernichten, Töten, Kaputtschlagen)! Denke daran, wie Du nicht verlierst! 

    Die Kata beinhaltet die überlieferten Kampfaspekte alter Meister. Leider wurde vieles der „Stillen Post“ wegen verändert und kaputt-verbessert. 

    Sie müssen also die Kata von Grund auf in die Einzelteile zerlegen. Diese Einzelteile trainieren, erforschen erkennen und wirksam hochtrainieren. Dann müssen Sie alle diese Einzelteile genau so straßentauglich mit Partner üben. Und dann fangen Sie an, diese Einzelteile fließend miteinander zu kombinieren. Aber NICHT die ganze Kata am Stück. KEINE Choreografie! Sondern am Ende nur noch die antrainierte fließende Reaktion. 

    Dazu braucht man sehr viel Zeit. Wenn Sie sich diese Zeit nicht gönnen, dann kommen Sie in den Gürtelprüfungen schneller voran. 

    Sie werden aber immer irgendwo nach der Selbstverteidigung im Karate suchen. Und Sie werden Bunkai-Bücher kaufen, die sie auch nicht wirklich weiterbringen. 

    Was ist also, ihrer Meinung nach, Kata.

    Herzliche Grüße

    Rüdiger Janson 4. Dan DBK

    Am 18.12.25


  • Karate vor Gericht.

    Karate vor Gericht


    Dieses Thema findet man öfter, in meinen Karate-Schriften. Aber hier noch einmal separat extra.

    Wie trainieren Sie ihr Karate? Mit welcher Grundeinstellung?

    Das ist eine Frage, die ein Richter und ein Rechtsanwalt kaum kennen. Diese Frage ist aber von grundlegender Wichtigkeit. 

     Trainieren Sie mit der „Offensiven Grundeinstellung“?

     Oder trainieren Sie mit der „Defensiven Grundeinstellung“?

    Aus welcher Sicht sehen Sie ihr Karate?

     Aus der Sicht des Kriegers? (Offensive)

     Oder aus der Sicht der Selbstverteidigung? (Defensive)


    Mit der Sicht des Kriegers, kommen Sie im Verteidigungsfall vor keinem Gericht dieser Welt durch. Und das zurecht.  


    Regel Nummer 2.  二、空手に先手無し .

    Karate ni sente nashi

    There is no first strike in karate

    Im Karate gibt es keinen Erstschlag.

     

    Regel Nummer 12. 十二、勝つ考えは持つな、負けぬ考えは必要.

    Katsu kangae wa motsu na makenu kangae wa hitsuyo.

    Do not think of winning. Think rather of not losing

    Denke nicht ans Gewinnen, sondern ans Nicht-Verlieren.


    https://www.janson-ruediger.de/20-regeln-des-gichin-funakoshi


    Diese Unterschiede sind schon alt. Leider hängt man das Bild von Gichin Funakoshi aus Werbezwecken überall auf. Man hat seine Philosophie aber in keiner Weise verstanden. Und trotzdem wirbt man auch damit. Welche Philosophie verstehen sie? 

     Die von Gichin Funakoshi (defensiv)

     Die von Nakayama Masatoshi  (offensiv)


     Die Selbstverteidigungskampfkunst (defensiv)

     Die Sieger- und Angriffskampfkunst. (offensiv)


    Trifft eine Karate-Technik im Wettkampf ihr Ziel, wird im Karate zwischen einem Ippon (einem ganzen Punkt) und einem Waza’ari (einem halben Punkt) unterschieden. Der Wettkampf wurde im Karate in den 1950er Jahren von Nakayama Masatoshi, einem Schüler Funakoshis, begründet. Der traditionelle Wettkampf  symbolisiert „Ikken-hissatsu“. Das bedeutet „den Gegner mit einem Schlag zu töten“. 

    Historisch ist die Existenz des Prinzips jedoch nicht für die Zeit vor der Einführung des Karate in Japan (1922) belegt. Von seinem Meister Funakoshi hat Nakayama das jedenfalls nicht gelernt. Das stammt definitiv aus der „Samurai-Tradition“.


    In der großen Weltpolitik, wie auch im Karate, gibt es schon lange diese zwei Kampf-Richtungen.

    „Ikken-hissatsu“ ist eine Schande fürs Karate. Gichin Funakoshi lehnte es entschieden ab. Und das tue auch ich. 


    Mit der geistigen Einstellung von Meister Funakoshi, lernen Sie ein Karate, das vor jedem Gericht Bestand hat. Sie lernen einen Angriff anzunehmen, ihn abzuwehren und einen Konter so anzubringen, dass Sie nur die Verteidigung im Kopf haben; NICHT das Töten!!!

    • Nicht das Gewinnen. 

    • Aber auch nicht das verlieren. 

    Dieser Gedanke funktioniert auch in der Umsetzung, wenn Sie mal einen Angriff starten müssen; weil der Gegner in der aktiv bedrohlichen Kampstellung vor ihnen steht. 

    Sie wollen kein Ikken-hissatsu. Sie kämpfen nicht mit dem Ikken-hissatsu-Gedanken. Ihre ganzen Gedanken liegen nicht beim Sieg und beim Schlagen und Erniedrigen des Gegenübers. Sie denken nur daran, den Kampf möglichst zu beenden ohne zu verlieren.

    Alle anderen Karate-Kampfrichtungen haben, so wie im Wettkampf angewandt und geschult, vor Gericht kaum Chancen. Sie wollen den Gegner auf jeden Fall besiegen, erschlagen Ikken-hissatsu anwenden . Ob er dabei Verletzt wird, interessiert Sie nicht. Sie wollen den Gegner auf jedem Fall vernichten. 

    Mit dieser geistigen Einstellung wollen Sie sich dann nicht nur verteidigen; nein, Sie wollen siegen. Vorher hören Sie nicht auf.

    Und wenn Sie mit dieser Karate-Einstellung irgendwann vor Gericht bestraft werden, haben Sie nichts anderes verdient.

    Darum, und auch wegen dem aufgezwungenen Regelwerk, halte ich Wettkampfkarate für einen Trugschluss, was in der freien Welt des brutalen Kampfes keine wirkliche Chance hat. In jedem entsprechenden wirklichen MMA-Ring funktioniert dieses Wettkampfkarate nicht. 

    Und das soll es auch nicht. Dazu wurde Karate nicht erfunden.

    Sich nach Regeln verprügeln kann jeder halbwegs gewaltsuchende Mensch, der sich irgendwo und irgendwie an anderen austoben will. Oder auf diese Weise eine besondere Befriedigung sucht.  

    Und eine völlig unsinnige Tradition ist, kleine Kinder in Schutzausrüstung zu packen und sie dann in Karate-Wettkämpfen gegeneinander prügeln zu lassen. 

    Das hat mit Karate NICHTS zu tun. Dazu wurde Karate nicht erfunden. 

    Karate zu lernen ist eine Lebensaufgabe. Das ist NICHT kinderleicht.

    In solchen „Kinderprügel-Dojos“ sollte niemals das Bild von Gichin Funakoshi hängen. Das ist eine pure „Schläger-Erziehung“. 

    Ich denke, Sie haben den Unterschied zwischen defensiv und offensiv jetzt verstanden. 

    Ich denke wie Meister Gichin Funakoshi. Und ich stehe dazu.

    Aber wie denkt der Richter über Karate, wenn er diese Zeilen liest? 

    Er weiß jedenfalls jetzt, dass es auch eine andere Seite des Karate gibt.

    Denn Karate hat vor Gericht einen denkbar schlechten Ruf. 


    Schütze dich selbst, aber werde nicht zum Bruce Lee!


  • Mein „Dan“ ist mehr wert als deiner.

    Mein „Dan“ ist mehr wert als deiner. 

    Gichin Funakoshi war ein weiser Mann. 

    Es wurden viele weise Zitate hinterlassen. Aber nur weise Menschen haben sie verstanden.  

    „Mein Dan ist mehr wert als deiner“, wurde tatsächlich einmal, von einem Vertreter eines anderen bekannten Verbandes, einem Dan-Träger des DKV gesagt. Unser zweiter Dan ist so viel wert, wie euer fünfter Dan. 

    Der DKV-Mann hat sich aber nicht darauf eingelassen. 

    Es wird immer so viel über die Philosophie im Karate geredet. Und ja, Gichin Funakoshi  - der Vater des Shotokan Karate  - war tatsächlich solch ein weiser Mann. 

    Aber ist das wirklich so?

    Da spricht man von Respekt, Disziplin, persönliche Entwicklung, Innere Stärke, Selbstbewusstsein, Harmonie von Körper und Geist, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, respektvoller Umgang mit Kritik, Selbstbeherrschung und Konzentration.

    Alles schöne Worte. Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. 

    Da erkennt man hin und wieder Neid, Missgunst, Hierarchie, Angeberei, Aggression, Hysterie und oftmals unterschiedliche psychische Schwächen. 

    Mit Philosophie wird geworben, und mit dem Gegenteil wird geherrscht.

    Ein Schüler eines so hoch gestochenen Sensei, kann vielleicht der Personalchef einer Firma sein, bei der sich der Sensei bewerben will. 

    Oder ein Arzt im Krankenhaus, der ihn operieren soll.

    Also haltet mal den Ball flach, mit der Überheblichkeit!

    Also, was ist der Wert einer DAN-Graduierung?

    Der Wert einer Dan-Graduierung besteht in den jeweiligen Fähigkeiten des Dan-Trägers. Und das, unabhängig vom Karate-Verband, der Prüfer, der Kosten, den Zeiten, und wo und wann und bei wem man das gemacht hat. Nur das Wissen, die Neugierde im Verständnis des Karate, und der Wille sich immer  weiter zu entwickeln, zählt.

    Wenn das nicht gegeben ist, dann präsentiert man sich nur noch, man hat aber aufgehört dazuzulernen. Denn nur die Fähigkeiten die man als Lehrer im Dojo den dortigen Karate-Schüler zeigt, haben einen Wert. 


    Wichtigtuer sind Leute, die nie etwas Wichtiges tun.

    Henri Nannen - deutscher Publizist (1913 - 1996)


  • Karate-Schüler bei Laune halten.

    Karate-Schüler bei Laune halten. 

    Ja, wie bringt man positive Stimmung unter die Karate-Schüler?

    Na, mit schnellen Gürtelprüfungen, mit Pokalen, Medaillen  und der Erwähnung der Erfolge in den regionalen Medien. 

    Der Bonsai-Cup ist ein Karate-Turnier für die ganz Kleinen unter 14 Jahren, die erste Wettkampluft schnuppern wollen. Gestartet wird in Kata und Kumite, gestaffelt nach Altersgruppen.

    Dann ist Karate ja kinderleicht und von jedem Schüler im Schnellkurs zu lernen. 


    Henning Wittwer schreibt in seinem Buch: „Shotokan, historische Untersuchungen Band II“ auf Seite 18, dass Itosu Anko einmal sagte: „Was nützt das einer Person, wenn sie schon nicht einmal über den Besitz von Grundlagen der Kampfkunst verfügt?“. 


    Er meinte nicht unsere heutige Grundschule des Karate; er meinte das grundlegende Verständnis der Kata. Aber das kostet doch zu viel Zeit und ist langweilig.

    Karate ist in unserer Zeit ebenso, wie Schwimmen, Turnen, Leichtathletik oder Eiskunstlauf. Es wird trainiert, damit man zuhause eine Urkunde an der Wand hängen hat, oder ein Pokal in der Vitrine steht. Oma wird stolz auf die Enkel sein.

    So hält man alle bei Laune. 

    • Schnell neue Gürtelfarben.

    • Schnell irgendwelche Erfolge.

    • Möglichst oft in der Zeitung stehen.

    • Schnell dem Verein Ehre und Ansehen durch sportliche Erfolge bringen.

    Wer war eigentlich dieser Itoshu Anko Yasutsune? Muss ich den kennen?


    Irgendwann sucht man dann doch „das Besondere“ in der Kampfkunst. Das kann doch nicht alles sein. Irgendwann verliert man die Lust.

    • Zu viel Stress

    • Zu hohe Anforderungen des Wettkampftrainings.

    • Zu hohe Zeit-Anforderungen.

    • Weniger Zeit für die Schule.

    • Zu viele Enttäuschungen.

    Man fragt sich, ob das alles war. Man sucht nach der Selbstverteidigung. Man fängt an zu zweifeln.

    Aber das macht nichts. Im Verein stehen schon neue begeisterte junge Leute in den Startlöchern.

    Das wirkliche schwer zu verstehende aber wirksame Karate der tatsächlichen Selbstverteidigung, die auf der Grundlage von Itoshus Kata besteht, hat nie wirklich jemanden interessiert.

    Wenn da vielleicht nicht doch jemand ist, der in dieser Richtung irgendwo zeigt wie es trainiert werden muss.

    Aber das sind dann kleine Lichter, im blendenden Glanz der großen Showbühne.  


  • Es gibt keine Säulen im Karate.

    Es gibt keine Säulen im Karate.

    Das „Säulen-Denken“ im Karate ist grundlegend falsch. Als ich 1985 mit Karate begonnen habe, kannten wir nur drei Säulen: Kihon, Kata und Kumite. Irgendwann – ich glaube es war so um das Jahr 2002 – hat man eine vierte Säule entdeckt: Selbstverteidigung. 

    Und das ist alles komplett falsch. 

    Kenei Mabuni Schreibt in seinem Buch „Leere Hand“ folgendes:

    Zitat:

    Wenn man heute in ein Dojo aufgenommen wird, lernt man zunächst die grundlegenden Stöße, Tritte und Blöcke und übt sie immer wieder. Auf Okinawa begann man hingegen sofort mit dem Training der Kata. Was ein Stoß oder ein Block war, wusste man gar nicht. Solche Unterscheidungen kamen einem gar nicht in den Sinn. Man übte einfach nur Kata. Es gab nur Passai-Training oder Kosokun-Training usw. Etwas kühn formuliert, war eine Kata gleich einer Technik. Die Ausbildung war sehr ganzheitlich und auf das Fließen von Angriffs- und Verteidigungsbewegungen konzentriert. …

    Zitat Ende


    Jamal Measara schreibt in seinem Buch „Die verschollenen Traditionen des Okinawa Karate“ folgendes: 

    Zitat: 

    Als Karate einer breiten Masse vorgestellt wurde und in den Schulen eingeführt wurden, haben viele Lehrer neue Kata entwickelt, z.B. für Kinder, Schüler oder ältere Menschen. Eines der bekanntesten Beispiele sind die fünf Pinan Di von Itosu Anko, welche dieser aus den anderen Kata entwickelte. Somit fiel es dem Schüler leichter die ursprünglichen Kata zu lernen, da er viele Kombinationen bereits aus den Pinan Di kannte.   

    Als die Trainingsgruppen größer wurden, wurde zudem das Kihon (Grundschule) eingeführt. Unter Kihon versteht man das Wiederholen einzelner Techniken, die z.B. aus einer Vorwärts- bzw. Rückwärtsbewegung oder im Stand ausgeführt werden. 

    Dies war einfacher zu unterrichten und eignete sich für eine große Anzahl von Schülern, die jetzt am Unterricht teilnahmen. Die Techniken des Kihon sind den Kata, der Grundlage des Karate, entnommen.

    Zitat Ende. 


    Henning Wittwer schreibt in seinem Buch: „Shotokan, historische Untersuchungen Band II“ auf Seite 18, dass Itosu Anko (der zweite Sensei von Gichin Funakoshi)  einmal sagte: „Was nützt das einer Person, wenn sie schon nicht einmal über den Besitz von Grundlagen der Kampfkunst verfügt?“. 


    Und diese Grundlagen dürfen wir NICHT mit dem verwechseln, was man heute als „Grundschule“ (Kihon) bezeichnet. Das sind zwei völlig unterschiedliche Lehren. 

    In Okinawa gab es damals also NUR die Kata als Grundlage. 

    Es gab kein „Training der Kata“; es gab „Kata-Training“.

    In der Kata ist alles enthalten, wenn man versteht was Kata ist und die kaputtverbesserten Veränderungen der „Kata-Sille Post“ erkennt.

    Wenn man die Gemeinsamkeiten der Technik-Familien erkennt und versteht.

    DANN erkennt man auch, dass damals in jeder Kata alles vorhanden war.

    • Basis-Training

    • Fortgeschrittenen-Training

    • Kata Grundlagen Schulung und Verstehen der Kampfaspekte.

    • Kata-Kumite-Training und Kampfkunst

    • Selbstverteidigung aus der Kata

    • Selbstbehauptung und Gewaltprävention. 

    Es War alles da; man musste es nur verstehen. Und man musste Geduld und den Willen dazu haben, es zu lernen.

    Ich bin 1956 geboren. Wenn ich nicht schon zu alt wäre, würde ich versuchen eine neue (alte) Stilrichtung zu gründen:

    Die Stilrichtung Kata-Kumite 


    Kumite (japanisch 組手, deutsch etwa „Begegnung der Hände“, „Begegnung der Techniken“) 


    Aber wer keine Zeit oder Geduld zum Lernen , Üben und trainieren hat, der soll sich prügeln. So ein Pokal schmückt ja das Wohnzimmer sehr. Es interessiert nur keinen wirklich.